"Predators" - Klassiker der Popkultur: Schnitzeljagd mit Aliens
VON BIRGIT ROSCHY, APD - zuletzt aktualisiert: 11.07.2010 - 18:41Frankfurt/Main (RPO). 23 Jahre ist es her, dass Arnold Schwarzenegger im Dschungel auf einen Predator traf. Jetzt läuft die Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers im Kino. Dieses Mal gehen Außerirdische zum Spaß auf Menschenjagd.
Wie in einem Alptraum fällt und fällt ein Mann aus allen Wolken in einen Dschungel. Und noch mehr Menschen stürzen nach unten, die nicht wissen, was hier eigentlich los ist. Das am Donnerstag anlaufende Action-Horror-Sci-Fi-Spektakel "Predators" hält sich aber nicht lange mit Erklärungen auf. Die acht Gestrandeten, die einander gleich an die Gurgel springen wollen, müssen sich stattdessen gegen einen meist unsichtbaren Feind zusammenschließen. Und der ist auch noch "abgrundtief hässlich!", wie bereits Arnold Schwarzenegger bei dessen erster Enthüllung feststellte.
Sein "Predator"-Film von 1987, in dem Außerirdische spaßeshalber Menschen jagen, gilt als Klassiker der Popkultur, selbst wenn die Bundesprüfstelle für Jugendgefährdendes den Kassenhit damals in Windeseile indizierte. Dank seiner ungewohnten Ästhetik, seiner Gradlinigkeit und seinem unbekümmerten Genremix wirkte das abstruse Schlachtfest von Regisseur John McTiernan mit Arnold Schwarzenegger stilbildend für martialische Actionfilme. Der neue, fünfte Predator-Film dockt direkt an das Original an, in dem die einzige Frau unter den Gejagten von jenen blutigen Ereignissen aus dem Jahre 1987 erzählt und auch die archaische Fallenstellerei an den ersten Film erinnert.
Seinerzeit war der Dschungel von Guatemala das Jagdrevier der Predatoren, diesmal ist es ein ferner Planet (auf Hawaii gedreht), auf dem das menschliche Freiwild in die Enge getrieben wird. Produzent Robert Rodriguez ("From Dusk till Dawn"), der seine Karriere mit dem Recycling von "Schundfilmen" der 70er und 80er vorantrieb, überließ die Regie Nimrod Antal ("Motel"). Nach durchaus effektvollem Beginn verfällt die Inszenierung jedoch in den fortsetzungsüblichen Mehr-ist-Mehr-Modus. So werden die Gejagten von gleich vier Predatoren, die sich überdies spinnefeind sind, plus Alien-Jagdhunden aufs Korn genommen: Waidmannsheil.
Inflation der Außerirdischen
Das "Wild" präsentiert sich als Potpourri diverser Ethnien direkt von Kriegsschauplätzen und aus Gefängnissen: Warlords, Yakuza-Mafiosi, Auftrags- und Serienkiller, Söldner und Elite-Soldaten. Obwohl mit dem Produzent verwandt, beißt als erster das alte Ledergesicht Danny Trejo, Unhold unzähliger B-Filme, ins Gras: da waren es nur noch sieben. Das Ensemble, unter anderem mit Laurence Fishburne ("Matrix") ist recht prominent, Adrien Brody ("Der Pianist") als Anführer aber leider total daneben. Trotz antrainierter Muskeln ist der leptosome Oscar-Gewinner viel zu sehr Grübler, um als skrupelloses Alphatier glaubhaft zu sein.
Ach Arnie! Der jetzige Gouverneur Schwarzenegger war leider verhindert. Auch seine unvergessenen Sprüche à la "Wenn es blutet, kann man es töten" fehlen in dieser Neuauflage, die mit ihren vielen vorhersehbaren Verwicklungen austauschbar wirkt. Mit dem gelegentlichen Wechsel auf die Perspektive der Aliens, die ihre Opfer durch Infrarotstrahlung orten, nimmt die Inszenierung zwar den Faden des Originals auf. Viel zu schnell aber werden die Außerirdischen in ihrer Rasta-lockigen und spitzzahnigen Hässlichkeit enthüllt. So erweist sich die intergalaktische Hatz als ein Film von Fans für Fans - alle anderen sollten lieber Fußball schauen.
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