75. Geburtstag: Sean Connery - ein Mann für die große Leinwand
zuletzt aktualisiert: 25.08.2005 - 08:00Frankfurt/Main (rpo). Sechs James-Bond-Filme machten Sean Connery zur Legende, doch der Charakterdarsteller beeindruckte nicht nur als Agent 007. In den letzten Jahren ist es um den mit Würden überhäufte Filmstar etwas ruhiger geworden. Am 25. August wird er 75 Jahre alt. Nach fast einem halben Jahrhundert vor der Kamera blickt der gebürtige Schotte aus ärmlichen Verhältnissen auf eine grandiose Karriere zurück.
Trotz seiner nun fortgeschrittenen Jahre ist der bekennende Schotte noch immer ein Mann, der die Frauenherzen höher schlagen lässt und seinen Geschlechtsgenossen mächtig imponiert. Schauspielerisch konnte sich Connery nach dem Abschied von der Bond-Rolle zu einem Schwergewicht entwickeln, um den sich Produzenten und Regisseure rissen. Wer erinnert sich nicht gerne an seine mit einem Oscar belohnte Verkörperung eines Polizisten in Brian de Palmas Gangstersaga "Die Unbestechlichen" oder sein souveränes Spiel als detektivischer Mönch William von Baskerville 1987 im europäischen Kinohit "Der Name der Rose"?
Natürlich machte Connery auch als Partner von Harrison Ford in dem Abenteuer "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" eine glänzende Figur. Und als er sich 1983 dazu überreden ließ, neuerlich den Agenten James Bond in dem Streifen mit dem beziehungsreichen Titel "Sag niemals nie" zu mimen, da ironisierte er die Figur hinreißend zum alternden Supermann mit Bauchansatz und mangelnder Kondition. Was beim Publikum rund um die Welt die Popularität des Stars bewirkt, ist seine starke, in nahezu jeder Rolle glaubwürdige und auf der Leinwand jederzeit präsente Persönlichkeit. Es versteht sich, dass Connery mit Ehrungen und Auszeichnungen inzwischen reichlich versehen ist.
Hohe Ehren für den schottischen Patrioten
Die 1989 erfolgte Ernennung zum "erotischsten Mann des Jahres" dürfte den Patrioten allerdings wesentlich weniger beeindruckt haben als die feierliche Eröffnung des ersten schottischen Parlaments seit fast 300 Jahren am 1. Juli 1999, für den Weltstar "wichtiger als der Gewinn eines Oscars". Er selbst hat zu dem historischen Ereignis viel beigetragen, nicht nur mit seiner weltweit beachteten Mitgliedschaft seit 1992 in der Scottish National Party. Auch seine Spende von fünf Millionen Dollar für die Förderung schottischer Nachwuchsschauspieler bewies, dass Connery nie vergessen hat, woher er gekommen ist.
Connery hat aus der elfjährigen ersten Ehe mit der Filmschauspielerin Diane Cilento einen Sohn Jason. Seit 1975 ist der Frauenschwarm, der privat nicht als Frauenheld bekannt ist, mit einer französischen Malerin verheiratet und pendelt zwischen verschiedenen Wohnsitzen. Im Juli 2000 wurde der Schauspieler, der 1953 die Bronzemedaille beim "Minister-Universum-Wettbewerb" in London gewann, in seiner Heimatstadt Edinburgh zum Ritter geschlagen und darf sich seitdem Sir Sean Connery nennen.
Steven Spielberg zählt ihn zu den sieben lebenden Weltstars des Kinos. Dem wird das Publikum rund um den Globus nicht widersprechen - schon gar nicht am 75. Geburtstag eines Mannes, dem die außergewöhnliche Karriere ganz gewiss nicht in die Wiege gelegt worden war.
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