Vierter Teil kommt in die Kinos: Shrek geht in die dritte Dimension
VON THOMAS KLINGENMAIER - zuletzt aktualisiert: 27.06.2010 - 10:18Düsseldorf (RP). Der vierte Teil der Filmreihe ist fast so gelungen wie "Shrek" Nummer eins. Der grüne Sumpfoger muss sich gegen den Zauber des Rumpelstilzchens wehren. Das ist rasant inszeniert und vergnüglich anzusehen. Am Mittwoch kommt die 3D-Produktion ins Kino.
Fanfaren, Jubel, Festschmausbrutzeln, Hochzeitsglocken und Frieden im Land: Vom Amüsierkino erwarten wir ein gutes Ende für unser gutes Eintrittsgeld. Vertrackterweise sind Glück und Seligkeit zwar das Ziel der wildesten Abenteuer, aber die größten Hindernisse für eine Fortsetzung. Wer will schon einen Abend lang vom harmonischen Alltag glücklicher Menschen – oder Monster – erzählt bekommen, die wir einst in Patschen und Gefahren und Zwickmühlen kennengelernt haben?
Nehmen wir nur mal den grünen Sumpfoger Shrek, der nun auf unsere Leinwände zurückkehren wird. Der wohnte 2001 in "Shrek – Der tollkühne Held" noch einsam in einer kleinen Hütte zwischen Wald und Morast, von wo aus er die Kaufleute, Ritter und Bauern des Königreichs plagte und in Furcht hielt.
Dieses asoziale Gebaren ist ihm aber schon im Auftakt der höchst erfolgreichen Computeranimationsserie ausgetrieben worden. Das klobige Scheusal entpuppte sich als romantischer Typ, der seine Herzensdame finden, das Königreich retten und sich als guter Freund in der Not erweisen durfte.
Fast so gut wie der erste Film
Die kuschelige Geschichte von Aufstieg und Herzenserwärmung wurde indes frech und gewitzt erzählt, mit vielen satirischen popkulturellen Verweisen und mit manchmal arg bissigen Verballhornungen vertrauter Märchenfiguren. Spätestens in "Shrek der Dritte" war vom Witz dann nur noch der Zynismus und von der Romantik nur noch die Routine übrig.
Der vierte Teil mit dem nun eher drohend klingenden Titel "Für immer Shrek", der auch in einer 3D-Fassung in dafür ausgerüstete Kinos kommt, müsste nach allen Gesetzen der Branche der furchtbarste sein. Doch es gibt eine freudige Überraschung zu verkünden: Diese dritte Fortsetzung ist fast so gut wie der erste Film. Und vielleicht nur deshalb ein wenig schwächer, weil uns die Figuren und der freche Blick nicht mehr so überraschen können.
Denn die Autoren Josh Klausner und Darren Lemke sowie Regisseur Mike Mitchell thematisieren ganz offen die Probleme mit Fortsetzungen. Da ist zum einen Shrek, der im Erreichten festklebt wie eine Fliege auf dem Leimstreifen. Das Familienleben, die Fürsorge-Routine, das Nettsein zu allen gehen ihm mächtig auf den grünen Keks.
Und da sind die Autoren selbst, die sich bei solchen Sequels normalerweise mit dem Entwurf einer neuen Rahmenhandlung quälen, die lieber ausschließlich neue Gags und Verwicklungen erfinden würden, um sie nachträglich in den Problem-Parcours vorm Happy-End des ersten Teils einzubauen.
Heimtückischer Zauber
Beide Probleme finden hier zueinander. Denn das böse Rumpelstilzchen bietet Shrek einen heimtückischen Zauber an. Nur für einen Tag soll alles so sein wie früher. Shrek nimmt an und tobt gleich wild herum, was sich in 3D besonders schön ausdrücken lässt.
Fieserweise hat das Rumpelstilzchen den Zauber so angelegt, dass es den uns vertrauten Shrek und dessen Taten nie gegeben hat. Im Nu finden wir uns in einem alternativen Königreich, in einer Tyrannei des Rumpelstilzchens, in der Geschwader fliegender Hexen das Land in Schach halten.
Dass Shrek nun ganz von vorne beginnen muss, dass ihn seine liebste Fiona noch nie gesehen hat, dass der Drache, der Esel, der Kater noch nicht seine Freunde sind, das lässt neue, dramatisch andere Varianten der schon bekannten Ereignisse zu.
Für jüngere Zuschauer ist damit wieder ein flottes Abenteuer garantiert. Reifere Kinogeher aber können das Ganze als hintergründige Komödie über Hollywood sehen. Rumpelstilzchen personifiziert den Wunsch der Traumfabrik, alles wieder aus unserem Gedächtnis zu löschen, was es uns gerade erzählt hat, um uns bei der Neuauflage garantiert wieder in den Griff zu bekommen.
"Für immer Shrek" ist so gesehen der Sieg Hollywoods.
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