| 19.21 Uhr

Vorwurf der sexuellen Belästigung
Skandal um Filmproduzent Weinstein weitet sich aus

Diese Frauen erheben Vorwürfe gegen Harvey Weinstein
Diese Frauen erheben Vorwürfe gegen Harvey Weinstein FOTO: ap
Los Angeles. Nach den Sex-Vorwürfen gegen Harvey Weinstein will die New Yorker Polizei eine bereits abgeschlossene Ermittlung gegen den Hollywood-Mogul aus dem Jahr 2004 neu aufrollen. Die Oscar-Akademie will derweil am Samstag über den möglichen Ausschluss des Filmproduzenten beraten.

Weinstein steht seit Tagen im Zentrum eines Skandals um mutmaßliche sexuelle Übergriffe. Dem einflussreichen Hollywood-Producer wird von mehreren Frauen sexuelle Belästigung bis hin zur Vergewaltigung vorgeworfen.

Eine Sprecherin der New Yorker Polizei sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, dass untersucht werde, ob es zusätzliche Beschwerden und Hinweise zu dem Thema gebe. Worum es bei den Vorwürfen genau geht, wollte die Polizei bislang nicht sagen. US-Medienberichten zufolge handelt es sich um den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs Weinsteins auf eine Frau. 

Oscar-Akademie ruft Dringlichkeitssitzung sein

Die Oscar-Akademie will am Samstag in einer Dringlichkeitssitzung über den möglichen Ausschluss von Filmproduzent Harvey Weinstein wegen dessen mutmaßlicher sexueller Übergriffe beraten. Das in den Vorwürfen beschriebene Verhalten Weinsteins sei "widerlich, abscheulich und gegensätzlich zu den hohen Standards der Akademie und der kreativen Gemeinschaft, für die sie steht", zitierte der "Hollywood Reporter" aus einem Statement der Academy.

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Weinstein ist seit mehr als 20 Jahren Mitglied des mächtigsten Verbands der US-Filmindustrie. Seine mit den Miramax-Studios und der Weinstein Company produzierten Filme wurden von der Academy mit insgesamt 81 Oscars ausgezeichnet. Fünf davon gewannen den Oscar als bester Film, für "Shakespeare in Love" gewann Weinstein persönlich den Oscar als bester Produzent. Der US-Frauenverband NOW rief dazu auf, Weinstein die Mitgliedschaft zu entziehen.

Am Mittwoch hatte bereits der britische Filmverband BAFTA Weinsteins Mitgliedschaft ausgesetzt. Das Filmfestival Cannes, wo Weinstein seit Jahren zu den bekanntesten Gästen zählt, zeigte sich in einer Mitteilung "bestürzt" über die Vorwürfe.

Auch Scotland Yard mit Fall Weinstein beschäftigt

Die "New York Times" berichtete unterdessen, dass Mitarbeiter der von Weinstein mitgegründeten Produktionsfirma seit mindestens zwei Jahren von den Vorwürfen gegen den Produzenten wussten. Der Vorstand sei über Einigungen mit drei oder vier Frauen informiert worden, sagte Anwalt David Boies der "New York Times" (Donnerstag) zufolge - er vertrat Weinstein im Jahr 2015. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe erst als "totale Überraschung" bezeichnet.

Auch die Polizei in London erwägt anscheinend ein Ermittlungsverfahren gegen Harvey Weinstein. Das berichteten britische Medien am Donnerstag. Scotland Yard bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass die Polizei den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs prüfe, der von den Kollegen in Liverpool weitergeleitet worden sei. Details veröffentlichte die Polizei jedoch nicht.

(ate/dpa)
 
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