"Book of Eli" startet in den Kinos: So nah war die Endzeit noch nie
zuletzt aktualisiert: 19.02.2010 - 21:12Düsseldorf (RPO). Selbst Hollywood-Größe Denzel Washington geht in diesem Film unter. Star sind die packend realistischen Bilder einer untergegangenen Welt. Die düstere Optik macht mit atemberaubender Detailversessenheit Endzeitstimmung so realistisch wie sie bisher wohl noch nicht auf der Leinwand zu sehen war. Das tröstet sogar über die inhaltlichen Schwächen hinweg.
Das hat der Film auch bitter nötig. Die Story ist hanebüchen. Der Film "The Book of Eli" spielt im Jahr 2044. Alles liegt in Schutt und Asche. Marodierende Banden morden in dieser postapokalyptischen Welt für einen Schluck Wasser oder ein paar Schuhe.
Durch diese gefährliche Wüstenlandschaft zieht Denzel Washington als schwertschwingender Einzelgänger. Sein Ziel: ein sagenumwobenes Buch an seinen Bestimmungsort zu bringen. Seinen Gegenspieler mimt Gary Oldman.
Die Optik ist beeindruckend und sorgt für eine beklemmende Atmosphäre. In sehr stilisierten Bildern beschwören die Regie-Brüder Albert und Allen Hughes ("From Hell") ein düsteres Endzeitszenario, das doch sehr an die "Mad-Max"-Filme mit Mel Gibson erinnert.
Die Szenerie ist geprägt von einer trostlos-grauen Wüstenlandschaft, verfallenen Städten und löchrigen Autobahnen. Hier wohnt die Gewalt, die Menschheit ist in einen vor-zivilisatorischen Zustand zurückverfallen. Marodierende Menschenfresser treiben sich neben knapp beschürzten, aber ungewaschenen Frauen herum und schlagen sich für ein Stückchen Restseife, eine Autobatterie oder eine Brotrinde die Schädel ein.
Mit allzu anspruchsvollen Erwartungen sollte man sich beim Gang ins Kino nicht belasten. Dass dieser mit mysteriösem Geschwafel, blutiger Samurai-Action und religiöser Symbolik beladene Science-Fiction-Spätwestern schließlich in einer Art Kino-Gottesdienst mündet, mutet doch arg merkwürdig an.
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