Was für eine Hollywood-Party: Sogar Spielberg gratuliert "Oscar-Flori"
zuletzt aktualisiert: 26.02.2007 - 16:05München/Los Angeles (RPO). Florian Henckel von Donnersmarck konnte sein Glück noch Stunden nach der Preisverleihung nicht fassen: After-Show-Party in der Villa von Roland Emmerich, Gratulationen von Regie-Legende Steven Spielberg. In Hollywood hat Deutschlands Super-Regisseur gelernt, wie sich Träume anfühlen.
Altmeister wie Martin Scorsese oder Steven Spielberg hätten viele Filme gedreht, bis sie den Oscar bekommen hätten: "Bei mit hat's gleich beim ersten Mal geklappt. Das ist natürlich schon ein absoluter Wahnsinn" sagte Donnersmarck.
Sein erster Gedanke bei der Entgegennahme des Preises sei gewesen: "Ich befinde mich hier in Gesellschaft meiner absoluten Regisseur-Idole wie zum Beispiel Francois Truffaut, Federico Fellini oder Louis Bunuel. Deshalb war ich sehr gerührt", sagte Donnersmarck dem BR auf einer Party in der Villa von Regisseur Roland Emmerich in Los Angeles. Spielberg habe ihm gesagt: «Davon werden Sie sich nie erholen!» Donnersmarck bestätigte: "Ich glaube, so ganz beruhigen kann man sich davon nicht."
Im Nachhinein habe sich seine Werbetour für "Das Leben der Anderen" durch die USA gelohnt, sagte der Autor und Regisseur. "Man muss hier für Filme, die nicht Brad Pitt und Tom Hanks in der Hauptrolle haben, schon richtig trommeln", sagte Donnersmarck. "Man muss die Leute fast am Arm packen und sie reinziehen und sagen: Schaut's euch an, ihr werdet euch nicht langweilen. Und das habe ich hier schon gemacht."
Am Donnerstag Mittag schellte in Los Angeles wieder das Telefon: Bundespräsident Horst Köhler war dran. Auch er wollte gratulieren. Köhler habe sich mit dem 33-jährigen Regisseur und seinem "großartigen Ensemble über die verdiente internationale Anerkennung" gefreut, teilte ein Sprecher des Präsidenten am Montag in Berlin mit. In dem Telefonat habe Köhler auch an die lebhafte Diskussion erinnert, als sie sich im vergangenen Mai gemeinsam mit Jugendlichen im Bonner Haus der Geschichte das Stasi-Drama angesehen hätten.
In seiner Euphorie nach dem Oscar-Gewinn gönnte sich von Donnersmarck auch noch einen Blick in die Zukunft. Ab seinem 34. Geburtstag werde er das Wort 'Stasi' nie mehr in den Mund nehmen und nur noch Erotikthriller und romantische Komödien drehen, so der neue Star am Kinohimmel. Die Oscar-Trophäe verglich er mit einem "herrlichen goldenen Phallus".
So äußerte sich der Regisseur in der Nacht zum Montag in Hollywood gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Seine Frau habe ihm sechs Jahre lang den Rücken freigehalten, sagte Donnersmarck und dankte auch dem Sender als Koproduzenten: "Ohne Bayern hätte ich diesen Film nicht machen können. Die Bayern haben irgendwie ein besseres Verständnis für Größenwahnsinnige als Leute in anderen Bundesländern."
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