Deutscher Film: "Sophie Scholl" für Oscar nominiert
zuletzt aktualisiert: 31.01.2006 - 15:06Los Angeles (rpo). Jetzt sind sie raus, die Oscar-Nominierungen. Und "Brokeback Mountain" ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Der Film von Regisseur Ang Lee steht in acht Kategorien auf der Liste. Außerdem im Rennen ist der deutsche Film "Sophie Scholl - die letzten Tage" sowie die europäische Produktion "Merry Christmas" mit Daniel Brühl und Diane Kruger.
Ebenfalls ins Rennen um die begehrte Auszeichnung als "Bester Film" gehen George Clooneys "Good Night, And Good Luck" über die Kommunistenhatz in den USA der 50er Jahre, Steven Spielbergs "München" über das Olympia-Attentat von 1972, "Capote" über den US-Schriftsteller Truman Capote sowie das Rassismus-Drama "Crash" von Paul Haggis. Auffällig ist in diesem Jahr, dass sich bei den meisten nominierten Streifen politische Filme handelt. Blockbuster wie "King Kong" wurden nur in technischen Kategorien nominiert.
Um den Preis als beste Schauspielerin konkurrieren Reese Witherspoon für ihre Rolle in der Johnny-Cash-Biografie "Walk the Line", "Desperate Housewives"-Star Felicity Huffman für die Rolle einer Transsexuellen in "Transamerica", Keira Knightley für "Stolz und Vorurteil" nach Jane Austen, Charlize Theron für das Missbrauchs-Drama "Kaltes Land" und Judi Dench für "Mrs. Henderson Presents". Als beste männliche Schauspieler wurden Heath Ledger für seine Rolle in "Brokeback Mountain", Philip Seymour Hoffman für "Capote", Joaquin Phoenix für "Walk the Line", David Strathairn für "Good Night, an Good Luck" sowie Terrence Howard für den Zuhälter-Streifen "Hustle and Flow" nominiert.
Clooney selbst ist als Schauspieler in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" für seine Rolle als CIA-Agent in dem Film "Syriana" nominiert. Auch Jake Gyllenhaal kann sich Hoffnungen auf diese Auszeichnung für seine Rolle als schwuler Cowboy in "Brokeback Mountain" machen. Der Film "Brokeback Mountain" hatte vor zwei Wochen bereits vier Golden-Globe-Filmpreise abgeräumt und wird seit Wochen als Oscar-Anwärter gehandelt. Im September hatte der Streifen zudem den Goldenen Löwen in Venedig gewonnen. Die Filme "Crash" und "Good Night, And Good Luck" wurden insgesamt sechs Mal nominiert, Spielbergs "München" erhielt fünf Nominierungen.
Deutsche Beteiligung
Der Film "Sophie Scholl" könnte als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet werden. Das Werk mit Julia Jentsch in der Rolle der deutschen Widerstandskämpferin in der NS-Zeit gewann bereits zahlreiche europäische Preise. Auch die europäische Produktion "Joyeux Noël" (deutscher Titel: "Merry Christmas") mit Benno Fürmann, Daniel Brühl ("Goody bye, Lenin") und Diane Kruger ("Troja") hat Chancen auf den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Das Erste-Weltkriegs-Drama, in dem es um einen Waffenstillstand zu Weihnachten an der Front geht, war von Frankreich als Kandidat aufgestellt worden.
Ebenfalls im Rennen ist der palästinensische Film "Paradise now" über die letzten Stunden zweier junger Selbstmordattentäter. Der Streifen hatte schon den Golden Globe als bester ausländischer Film errungen und bei der Berlinale 2005 den Blauen Engel als bester europäischer Film erhalten. "Paradise now" war unter anderem mit Geld aus Deutschland und vom Kulturkanal Arte finanziert worden. Auch in der Kategorie "Bester Kurzfilm" gibt es einen deutschen Anwärter auf einen Oscar: Der Streifen "Aufreißer" von Ulrike Grote wurde nominiert. Mit dem an der Hamburg Media School produzierten Film holte sie bereits 2005 den Studenten-Oscar in die Hansestadt.
Das Männerdrama "Brokeback Bountains" erhielt vor zwei Wochen bereits vier "Golden Globe", darunter auch für das Drehbuch und den Originalsong. Der Film kommt am 9. März in Deutschland in die Kinos.
Bei den Golden Globes gibt es künftig auch eine eigene Kategorie für Trickfilme. Wie der Verband der Auslandspresse in Hollywood am Montag erklärte, soll dieser Preis 2007 erstmals verliehen werden. "Zeichentrickfilme sind zu einem wichtigen Teil der Studioarbeit geworden", sagte der Präsident des Verbandes, Philip Berk. "Also gab es einen überwältigenden Konsens, eine neue Kategorie zu schaffen."
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