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Filmstart am 7. Mai: Star Trek: Neue Abenteuer im All

VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 25.04.2009 - 09:49

Düsseldorf (RP). Mit neuen Schauspielern kehrt Regisseur J. J. Abrams zu den Anfängen des Enterprise-Mythos zurück. Captain Kirk, Spock und McCoy brechen im neuen "Star Trek"-Film wieder zu den Sternen auf. Der Film, der am 7. Mai in unseren Kinos anläuft, ist der beste der gesamten Reihe. 

Fast wäre das berühmteste Raumschiff der Filmgeschichte ins Schwarze Loch des Vergessens gestürzt; bereit zum Abwracken nach einer erfolglosen Folge-Serie und zwei mäßigen Filmen. Doch nun bricht die Enterprise wieder auf. Wie in den 60ern, als Captain Kirk, Spock und Dr. McCoy noch dorthin gingen, wohin noch nie ein Mensch gelangt war.

Die Figuren sind geblieben, die Schauspieler indes sind mit Blick auf ein neues Publikum jung und unverbraucht. Ein Kunstgriff, der den Einstieg ohne Vorkenntnisse erleichtert, der alte Fans jedoch abstoßen könnte. Es ist also ein Spagat, den Hollywoods Hoffnungsträger J. J. Abrams gewagt hat. Der Regisseur hatte mit dem intelligenten Monsterfilm "Cloverfield", der innovativen Serie "Alias" und dem Fernseh-Phänomen "Lost" bewiesen, dass man auch mit schrägen Ideen abseits des Mainstreams ein großes Publikum begeistern kann.

Um den interstellaren Kurswechsel jedem klarzumachen, heißt der elfte Film einfach nur "Star Trek" (Raumschiff Enterprise im Original) – ohne die römische Ziffer "XI". Denn an die zuletzt ausgereizte Kino-Vergangenheit möchte Abrams nicht anknüpfen. Und er hat recht. Der neue Film ist mit Abstand der beste "Star Trek"-Film. Und er erreicht gleich zu Beginn einen seiner überragenden Momente: Kirks Vater opfert sich, um das Leben seiner Besatzung, seiner Frau und seines Sohnes zu retten. Das kommt ohne viele Worte aus, wird fast nur von Musik getragen und zieht den Zuschauer in den Film – trotz aller großartigen Tricktechnik. Denn die Effekte wirken nicht erdrückend, sondern sind Teil der Geschichte: Ein alter Spock und der Romulaner Nero werden bei einer Katastrophe mehr als 150 Jahre in die Vergangenheit geschleudert. Nero macht Spock und die Erde verantwortlich für den Untergang seiner Heimatwelt. Er startet einen brutalen Rachefeldzug. Dabei trifft er auf den noch jungen James Tiberius Kirk, der ihn aufhalten will.

Abrams schafft es, fast jeder seiner Figuren Zeit zu geben. Wir lernen einen neuen Kirk und einen neuen Spock kennen. Der spontane Kirk hat anfangs etwas von einem James Dean und hört das wilde Stück "Sabotage" von den Hip-Hop-Exzentrikern Beastie Boys, als er mit einem Auto auf einen Abgrund zurast. Und der um Selbstkontrolle bemühte Spock steht mit einem Fuß außerhalb der vulkanischen Gesellschaft, die rein auf Logik basiert. Seine Emotionen kann er bisweilen schwer zurückhalten. Abrams macht so aus den alten Rollen moderne Identifikationsfiguren für ein junges Publikum, ohne alte Fans zu vergraulen. Kirk zeichnete schließlich immer schon seine individuelle Auslegung von Regeln aus – eine gesetztere Form der Rebellion. Auch geliebte Nebenfiguren wie Dr. McCoy, Sulu, Chekov, Scotty und Uhura bekommen Gelegenheit zu glänzen und sind nicht mehr bunte Staffage wie so oft in der Ursprungsserie.

Die jungen Schauspieler tragen das große Erbe mit einer überraschenden Leichtigkeit. Vor allem Chris Pine als Kirk bringt die gleiche Lockerheit und Ironie gepaart mit einem Schuss Selbstverliebtheit und Arroganz herüber, mit der William Shatner im Original brillierte. Und Zachary Quinto als junger Spock darf viel mehr mit seiner Rolle spielen, als es dem Ur-Vulkanier Leonard Nimoy jemals erlaubt war. Der hat einen Gastauftritt in dem Film, wirkt jedoch etwas störend. Man sieht ihm an, dass er dankbar ist, nun niemals wieder in die Rolle von Spock schlüpfen zu müssen.

Und doch gibt es Schwächen in der Neuauflage. Die Geschichte ist zwar spannend und actionreich inszeniert, doch Eric Bana als Gegenspieler Nero sieht zwar bedrohlich aus, bleibt aber blass, weil sein Hass keinen Tiefgang hat. Irgendwie ist er einfach nur da, weil es eben einen Bösen geben muss.

Auch die Geschichte selbst überzeugt nicht, bietet Abrams aber die Gelegenheit, mit der Vergangenheit zu brechen. Durch eine Zeitreise wird mal eben eine andere Realität und damit ein neues 23. Jahrhundert geschaffen. So muss nicht mehr alles in der Tradition der Ursprungsserie stehen.

Einige Alt-Fans werden ihn dafür hassen. Wenn man aber ehrlich ist, gelingt es Abrams dadurch, die Enterprise ins 21. Jahrhundert zu retten.

Quelle: RP

 
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