| 09.28 Uhr

"Still The Water" im Kino
Zarte Geschichte über Liebe und Tod aus Japan

Kyokos Mutter möchte zuhause sterben. In dem kleinen Zimmer mit Blick auf einen 500 Jahre alten Baum - und das Meer. Und als ihre letzten Stunden gekommen sind, singen und tanzen die Leute aus ihrer Familie und die Schamanin der Insel um ihr Bett und ihr Mann klatscht und weint, weil Leben und Sterben in diesem Moment so dicht beinander liegen. Von Dorothee Krings

In dem japanischen Drama "Still The Water" erzählt Naomi Kawase in stillen, keineswegs kargen Bildern von einem Mädchen, das die beiden Extreme des Lebens zugleich kennenlernt: die Liebe und den Tod. Kyoko hat sich in einen Mitschüler verliebt und es gibt wunderbar dezente Bilder für die Annäherung zwischen beiden. Wenn Kyoko etwa übermütig in ihrer Schuluniform im Meer badet, obwohl am Morgen eine Leiche angeschwemmt wurde und niemand die Ursachen für den Todesfall kennt. Ihr Freund Kaito traut dem Meer nicht, aber er wartet auf sie am Strand und dann bringt er das Mädchen nach Hause und es steht hinter ihm auf den Streben seines Fahrrads und der Wind hebt ihrer nassen Kleider.

Kaito muss mit Abschieden anderer Art fertig werden, seine Eltern leben getrennt, die Mutter hat Liebhaber, der Sohn sehnt sich nach einer heilen Welt, die für ihn zerbrochen ist. Doch Kyoko und Kaito lernen jeder auf seine Weise, dass das Leben stärker ist als alle zerstörerischen Kräfte. Und Naomi Kawase findet große, starke Bilder für diese unschuldige, aber nicht naive Liebesgeschichte. Sie muss nur das Meer betrachten mit seinen starken Wellen - und seiner Unaufhaltsamkeit.

Quelle: RP
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