Independent-Filmemacher befürchten negative Auswirkungen: Streit um Filmkopien für Oscar-Preisrichter geht weiter
zuletzt aktualisiert: 25.11.2003 - 15:57New York (rpo). Nun wird der Protest gegen die Veränderung der Oscar-Richtlinien vor Gericht ausgetragen: Studios und Filmemacher reichten in New York eine Klage ein. Sie wollen erreichen, dass Video-Kopien von Filmen weiterhin an die Mitglieder der Jury verschickt werden dürfen.
Der Streit um Auflagen bei der Versendung von Filmkopien an Juroren der Oscars und anderer US-Filmpreise dauert an. Ein Koalition unabhängiger Studios und Filmemacher reichte in New York Klage gegen die von der US-Filmindustrie verhängten Beschränkungen ein, berichtete das Fachblatt "Variety" am Dienstag in seiner Online-Ausgabe.
Die Independent-Filmer machen geltend, dass sie durch die Auflagen gegenüber den großen Studios deutlich benachteiligt werden. Zudem sei der Versand an die Juroren für andere Filmpreise, darunter jene des Schauspieler- und des Regisseursverbandes, gänzlich untersagt. Nach Protesten hatten der Produzentenverband MPAA und die Filmakademie, die jährlich die Oscars vergibt, bestimmt, dass Kopien neuester Filme zwar an die 5600 Oscar-Juroren verschickt werden dürfen, aber nur wenn diese Erklärungen unterschreiben, dass sie die Videos nicht weitergeben. Damit soll verhindert werden, dass Filme in die Hände von Videopiraten gelangen.
Die kleineren Studios seien dadurch schwer benachteiligt, argumentieren die Anwälte der Vereinigungen unabhängiger Filmemacher von Los Angeles und New York. Die großen Produktionsfirmen könnten dank ihrer Millionen-Werbebudgets auch ohne den Kopienversand viel Aufmerksamkeit für ihre Filme erzeugen. Hingegen seien die Indie-Studios darauf angewiesen, den Juroren ihre Filme quasi auf den Wohnzimmertisch zu legen, damit sie wahrgenommen werden.
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