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Studie
Wer hat im Kampf der Superhelden die besten Karten?

Studie: Wer hat im Kampf der Superhelden die besten Karten?
Auch Superhelden haben Schwächen. FOTO: 2894
Leicester. Physik- und Astronomie-Studenten der britischen Universität Leicester untersuchen seit Jahren die Fähigkeiten der Superhelden wie Bat-, Super- und Spiderman. Nun haben sie ein Ranking erstellt, welcher der Helden der "stärkste" ist. Von Ludwig Jovanovic

Räuber überfallen eine Familie in Gotham City. Ein Fall für Batman, der vom Wolkenkratzer springt, sein Cape ausbreitet, schnell zu Boden gleitet – und beim Aufprall auf der Straße stirbt. Die "Fledermaus" würde ein schnelles Ende finden. Der Täter: die Physik!

Das ist ein Ergebnis des seit sieben Jahre währenden Spaßes, den sich Physik- und Astronomiestudenten der britischen Universität Leicester erlauben: Sie untersuchen, wie die Superhelden sich in unseren realen Welt abseits der Comic-, Film- und TV-Universen schlagen würden. Und das Ergebnis wäre im Fall von Batman tatsächlich niederschmetternd.

Die Stärken und Schwächen der Superhelden. FOTO: Universität Leicester

Er würde im Gleitflug eine Geschwindigkeit von 80 km/h erreichen, was seinen Aufprall ohne Bremssysteme unweigerlich tödlich machen würden. Es sei denn, er hätte irgendwo noch einen Bat-Fallschirm. Dann aber müsste er Verbrecher auf dem Boden bitten, auf ihn zu warten. Bis er angekommen ist.

Iron Man wäre zu schwer, Batman zu schnell

Es ist jetzt nicht so überraschend, dass ein Superheld ohne Superkräfte wie Batman die schlechtesten Karten im Kampf der Überwesen hat. Schließlich verlässt sich Batman alias der Milliardär Bruce Wayne nur auf seinen Verstand, sein Geld und jede Menge Hightech. So wie Iron Man, in dessen Rüstung der geniale wie reiche und exzentrische Tony Stark steckt.

Wenn der aber nicht ein fiktives Super-Nano-Material für seinen charakteristischen Anzug entwickelt hat, hätte er die Dynamik einer Statue: Zwar wäre die Iron-Man-Rüstung durchaus machbar, aber um sogar die Einschläge von Granaten oder panzerbrechender Munition auszuhalten, müsste sie, laut der Studenten aus Leicester, drei Meter dick sein. Entsprechend massereich wäre Tony Starks Anzug. Das klingt nicht nach der Dynamik und Eleganz, die Robert Downey Jr. in den Filmen vorführt.

Spiderman dagegen hätte ganz andere Probleme. Schon an der Technischen Universität Wien hatte man berechnet, dass die Spinnenfäden ihn durchaus tragen können. Allerdings würde ihm beim Schwung von Gebäude zu Gebäude sehr wahrscheinlich sehr schmerzhaft die Arme ausgerissen werden. Die Studenten der Universität Leicester sagen zudem, dass Peter Parker sehr gut im Kopfrechnen sein muss: Der Faden ist elastisch und würde ihn nur dann knapp über die Straße tragen, wenn er daran denkt, dass der Faden sich um 40 Prozent ausdehnt.

Sonst würde er auf dem Asphalt aufprallen und direkt neben Batman liegen, der mit seinem Cape nicht landen konnte. Das heißt, wenn sie beide in Gotham oder in New York im Einsatz wären und nicht auch noch zu den konkurrierenden Comicbuchverlagen Marvel und DC gehören würden.

Die Studenten haben die Fähigkeiten der Comic-Figuren gegenübergestellt. FOTO: Universität Leicester

Wolverine hätte Atem-Probleme

Und so geht es weiter in den Betrachtungen der Studenten: Iceman wäre eine wandelnde Bombe, weil die Energie, die er der Umgebung beim rasanten Abkühlen entzieht, schnell irgendwo hin müsste. Wolverine (Hugh Jackman in den Filmen) könnte nach den Comicbuch-Regeln zwar irgendwie existieren. Allerdings wäre sein Adamantium-Skelett vermutlich so schwer, dass seine Lunge kaum die Kraft zum Atmen aufbringen könnte. Er würde ersticken.

Mystique aus den jüngsten X-Men-Filmen (Jennifer Lawrence) kann sich unglaublich schnell verwandeln. Das wäre über diverse bewusst herbeigeführte Mutationen sogar möglich. Nur nicht in der gezeigten Geschwindigkeit. Es würde Jahre bis Jahrzehnte dauern und nicht den Bruchteil einer Sekunde. Zudem wäre der Preis dafür von Osteoporose bis Krebs nichts, was sonderlich erstrebenswert wäre.

Und was ist mit dem größten aller Helden: Superman? Wenn sein Körper nicht irgendwo versteckt über einen eingebauten Generator verfügt, könnte er über die Haut kaum schnell genug Energie des Sonnenlichts aufnehmen, um auch nur eine seiner Superhelden-Fähigkeit einzusetzen. Allerdings gibt es da eine Hintertür, die von den Studenten noch nicht betrachtet wurde: Superman könnte in der Lage sein, negative Masse zu erzeugen. Die existiert rein theoretisch und würde sich anders verhalten als gewohnte Materie. Statt von der Schwerkraft der Erde angezogen zu werden, würde sie abgestoßen werden.

Hollywood-Stars in Comic-Verfilmungen FOTO: Warner Bros.

Wenn Superman also genug davon hätte, würde das erklären, wie er fliegen oder einen Jumbo-Jet heben kann. Doch das hat dann wieder nichts mehr mit der Realität zu tun, wie wir sie zumindest derzeit kennen. So muss er damit leben, dass er vor jedem Flug tonnenweise Kuchen essen muss, um genug Energie zu haben.

Ein Problem, dass er mit "The Flash" teilt, der sich mit irrwitziger Geschwindigkeit bewegen kann. Davon abgesehen: Man möchte man von dem "Blitz‘" nicht gerettet werden. Mit dem Tempo, mit dem er Menschen vor einem Unfall umreißt, wäre es vermutlich weniger schmerzhaft, sich überfahren zu lassen. Falls "The Flash" überhaupt dazu kommen könnte. Bei seiner Geschwindigkeit müssten die Sohlen seiner Schuhe in Flammen aufgehen.

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