21 Filme im Rennen um Goldene und Silberne Bären: Superstars und Rekordangebot
zuletzt aktualisiert: 07.02.2005 - 12:18Berlin (rpo). Gerard Depardieu, Glenn Close, Kevin Spacey - sie alle haben ihr Kommen zu der 55. Berlinale zugesagt. An Stars wird es bei dem elftägigen Film-Festval also nicht fehlen. Neben diesem Aufgebot können sich die Veranstalter außerdem über einen Rekord freuen: Niemals zuvor wurden so viele Filme bei einer der Berlinale-Sektionen eingereicht wie in diesem Jahr.
3.320 Produktionen waren es, aus denen 343 zur Vorführung in den verschiedenen Sektionen ausgewählt wurden, darunter 67 allein aus Deutschland. Ins Rennen um die begehrten Goldenen und Silbernen Bären gehen 21 Filme, immerhin 15 davon sind Weltpremieren. Zu diesen zählt auch der Eröffnungsfilm des Wettbewerbs, der historische Abenteuerstreifen "Man to Man". Das in englischer Sprache gedrehte Drama des französischen Regisseurs Régis Wargnier erzählt das Schicksal einer Gruppe von Anthropologen im Südafrika der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts.
Mit besonderer Spannung werden auch in diesem Jahr die insgesamt drei deutschen Wettbewerbsbeiträge erwartet: "One Day in Europe" von Hannes Stöhr, "Sophie Scholl - Die letzten Tage" von Marc Rothemund und "Gespenster" von Christian Petzold. Besonders Rothemunds ergreifende Kinotragödie über das Ende der von der Nazi-Justiz hingerichteten Studentin hat beste Aussichten, eines der bleibenden Ereignisse und emotionaler Höhepunkt der 55. Berlinale zu werden. Auch von Petzolds Arbeit darf einiges erwartet werden. Doch natürlich ist die Konkurrenz aus Europa und Übersee, speziell den USA, groß und vorerst nicht weniger aussichtsreich.
Frankreich besonders stark vertreten
Mit vier Wettbewerbsfilmen und auch einigen Koproduktionen erweist sich Frankreich erneut als führende Filmnation in Europa. Der brisanteste Beitrag aus dem Nachbarland dürfte Robert Guediguians "Der späte Mitterrand" sein. Michel Bouquet spielt darin den verstorbenen französischen Staatspräsidenten, dessen wechselhafte politische Karriere und pikantes Privatleben spannende Kinostunden mit kontroversen Diskussionen versprechen. André Téchiné bietet bei "Les temps qui changent" mit Catherine Deneuve und Gérard Depardieu die berühmtesten Stars Frankreichs auf, deren Besuch der Berlinale glanzvolle Auftritte garantieren.
Einige Kuriositäten schon jetzt weist der Wettbewerbsbeitrag "Paradise Now" von Harry Abu-Assad auf: Das ist eine niederländisch-französisch-deutsche Koproduktion, die in arabischer Sprache mit ebensolchen Schauspielern gedreht wurde. Einige Hollywood-Streifen wie die Komödie "Hitch" und das biographische Drama "Kinsey" laufen im Wettbewerb außer Konkurrenz, bieten aber Stars wie Will Smith und Liam Neeson Gelegenheit zum Kurztrip in die deutsche Hauptstadt. Für zehn Tage wird Berlin nun auch wieder Kinohauptstadt der Welt sein, wenn der Vorhang aufgeht im riesigen Berlinale-Palast am Potsdamer Platz.
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