62. Filmfestspiele von Venedig: Susan Sarandon findet Monogamie schwierig
VON DÖRTE LANGWALD - zuletzt aktualisiert: 07.09.2005 - 08:20Venedig (rpo). Auf der Leinwand spielt Susan Sarandon eine betrogene Ehefrau – und liest ihrem untreuen Gatten dafür gehörig die Leviten. So die Handlung der umjubelten Musical-Komödie "Romance & Cigarettes" von John Turturro. Im wahren Leben könnte Susan Sarandon jedoch einen Seitensprung verzeihen, wie sie bei der Filmpremiere in Venedig verriet.
"Ich bin froh, dass Tim nicht hören kann, was ich jetzt verraten werde", leitete Hollywood-Star Susan Sarandon ihre Ausführungen zum Thema Treue ein. Die charismatische Aktrice ist seit 1988 mit dem Regisseur und Schauspieler Tim Robbins ("Krieg der Welten") liiert. Nachdem sie am Montag bereits Cameron Crowes Komödie "Elizabethtown" in Venedig vorgestellt hatte, stand Sarandon nun ein zweites Mal auf dem roten Teppich, diesmal für den Wettbewerbsbeitrag "Romance & Cigarettes". Bei ihrem Auftritt wurde sie frenetisch gefeiert – und das nicht nur, weil die Kritiker von dem verrückt inszenierten Ehedrama begeistert waren. Sarandon gehört einfach zu Hollywoods Grande Dames und ist zugleich immer für einen Witz zu haben. Kleine Kostprobe gefällig? Während eines Interviews auf dem Lido sagte die selbstbewusste Susan trocken: "Können wir bitte aus der Sonne gehen? Ich habe mir gerade Botox spritzen lassen."
Wer würde so einer Frau überhaupt fremdgehen wollen? Aber nur mal angenommen, Mr. Robbins wäre seiner strahlend schönen Lebensgefährtin (die 58 Lenze sieht man ihr auch aus der Nähe nicht an) untreu – für Sarandon kein Problem. "Im Laufe der Jahre hat sich meine Einstellung dazu geändert. Ich bin älter geworden – und selbst mehrmals in Versuchung gekommen. Man macht eben Fehler mit den Jahren. Heute würde ich sicher nicht mehr meine Koffer packen und nachts um 4 Uhr das Haus verlassen. Es ist schwer, monogam zu bleiben. Ebenso, wie es schwer ist, verheiratet zu sein", so Sarandon.
Muss sich eine Frau wie sie, die trotz ihres reifen Alters sogar als Werbeträger für einen großen Kosmetikkonzern arbeitet, überhaupt Sorgen über Untreue machen? "Bei Betrug geht es nicht nur um das Verhalten des Ehebrechers, sondern auch um die Reaktion des Betrogenen. Man muss vergeben können und sein Leben weiterleben. Man wird nur dann gedemütigt, wenn man das zulässt", sagte Sarandon weise.
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