"Inglourious Bastards": Tarantinos Berliner Crew
VON JÖRG ISRINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 13.10.2008 - 20:43Berlin (RP). Am Montag begannen die Dreharbeiten von Quentin Tarantino in Berlin. Zum Team zählt neben Brad Pitt eine hochkarätige Riege deutscher Darsteller – unter anderem Daniel Brühl, Til Schweiger und Diane Kruger.
Die Frisur sitzt schon mal – Brad Pitt trägt die Haare kurz, passend zurechtgestutzt im Stil der 40er, die Seiten ausrasiert, den Schopf etwas länger. Im Ziegfeld Theater in New York zur Premiere von Angelina Jolies Film "The Changeling" zeigte sich der Amerikaner erstmals im neuen Look. Denn bereits am kommenden Montag geht’s in Berlin los mit dem Dreh des neuen Films von Quentin Tarantino, "Inglorious Bastards".
In der Weltkriegs-Satire spielt Pitt den amerikanischen Soldaten Aldo Raine, der im Jahr 1941 ein Himmelfahrtskommando gegen die Nazis leitet. Mit einer Gruppe jüdischer Soldaten soll er Nazi-Offiziere eliminieren. An Pitts Seite: eine hochkarätige Riege deutscher und internationaler Darsteller.
Leonardo DiCaprio ausgestochen
Die aktuelle Besetzungsliste versammelt gleich mehrere deutsche Shooting-Stars. Allen voran: Daniel Brühl und August Diehl. Brühl (30), der gerade mit der Adaption des Jugendromans "Krabat" einen aktuellen Film in den Kinos hat, spielt eine der Hauptrollen in Tarantinos neuem Streich, den Nazi Dieter Hellstrom. Beim Casting für die Rolle stach er angeblich sogar Leonardo DiCaprio aus. Der 32-jährige August Diehl ("23", "Tattoo") stieß erst spät zur illustren Crew hinzu, über seine Rolle wurde bisher nichts bekannt. Aber wahrscheinlich wird auch er einen jungen Nazi-Offizier verkörpern.
Nicht so Christian Berkel. Der vielbeschäftigte Schauspieler, der mit der ZDF-Krimireihe "Der Kriminalist" auch im Fernsehen präsent ist, musste zwar schon in dem hier noch nicht angelaufenen Film "Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat" eine Nazi-Uniform anziehen.
Bei Tarantino spielt er jedoch einen Franzosen. Berkels großes Plus: als Filmpartner von Tom Cruise weiß er mit Hollywood-Größen umzugehen. Nervös sei er dennoch, gab er unlängst in einem Interview zu. Denn durch die Zusammenarbeit mit Tarantino erfülle sich für ihn ein Traum: "Ich liebe seine Filme, und er ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Er unterstützt die Schauspieler, geht sehr liebevoll mit ihnen um."
Vor allem aber ist der amerikanische Regisseur begeisterungsfähig. So war Quentin Tarantino von der jungen Darstellerin Jana Pallaske so begeistert, dass er sie für seinen Film verpflichtete, ohne tatsächlich eine Rolle für sie zu haben. Die will er der 29-Jährigen jetzt ins Drehbuch schreiben. Fester Bestandteil des Skripts sind Til Schweiger und Christoph Waltz.
Schweiger (44) tanzt momentan auf mehreren Hochzeiten – er arbeitet an den Filmen "1 1/2 Ritter" und "Männerherzen" und wirbt für das Action-Trash-Spektakel "Far Cry". In Tarantinos Werk mimt er den Nazi-Jäger Hugo Stiglitz. Waltz befindet sich, filmisch gesehen, auf der anderen Seite – der 52-jährige Österreicher verkörpert den SS-Offizier Hans Landa.
Neben Pitt für Hollywood-Glamour zuständig ist trotz ihrer deutschen Herkunft Diane Kruger. Die 32-Jährige spielte etliche Hauptrollen in großen US-Produktionen, in "Troja" ebenfalls an der Seite von Brad Pitt, und hat in "Inglorious Bastards" die Rolle der Nationalsozialistin Bridget von Hammersmark übernommen. Zu Krugers Filmpartnerinnen zählt Mélanie Laurent als Shosanna Dreyfus – generell aber scheint Tarantinos neue Produktion eher ein von Männern dominierter Film zu werden. Ein Kurswechsel für den amerikanischen Regisseur, der sich zuletzt in "Kill Bil" und "Death Proof" mit starken Frauen beschäftigte.
Zutritt zum Set verboten
Wenn es am Montag mit dem Dreh in den Berliner Babelberg Studios losgeht, wird dies von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt geschehen. Der Zutritt zum Set ist verboten, auch bei Außendrehs, wie zum Beispiel in Sebnitz geplant, wird das Gelände weiträumig abgeschirmt. Immerhin bekommen einige dutzend Komparsen Gelegenheit, die Stars aus der Nähe zu sehen.
Dem Aufruf, dass Statisten für "Inglorious Bastards" gesucht werden, waren in den vergangenen Wochen tausende Filmbegeisterte gefolgt. Diejenigen, die ohne Mini-Rolle nach Hause geschickt wurden, müssen sich gedulden: Frühestens zum Festival in Cannes 2009 soll der Film zu sehen sein.
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