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"The Finest Hours": Katastrophenfilm nach wahrer Begebenheit

The Finest Hours im Kino: Katastrophen-Film nach wahrer Begebenheit
Eric Bana spielt den wachhabenden Offizier an Land. FOTO: afp, jk
Düsseldorf. Regisseur Gillespie macht aus einer dramatischen wahren Begebenheit einen Actionfilm: Er inszeniert die spektakuläre Rettung einer Tankerbesatzung in den 50er Jahren als 3D-Spektakel. Schauspieler Casey Affleck nimmt sich dabei ein Beispiel an seinem Bruder.

Zwei Männer, zwei Schiffe und die große Gefahr: Mit "The Finest Hours" kommt ein Katastrophen- und Heldenfilm ins Kino, wie er klassischer (oder herkömmlicher) kaum sein könnte. Im Mittelpunkt steht Bernie Webber (Chris Pine, "Jack Ryan: Shadow Recruits") von der US-Küstenwache, der mitten in einem schrecklichen Sturm mit drei Kollegen in einem kleinen Boot aufbricht, um die Besatzung eines während des Unwetters regelrecht zerborstenen Tankers zu retten. An Land warten bangend der wachhabende Offizier (Eric Bana) und wütend Webbers Verlobte (ein Lichtblick: Holliday Grainger).

Auf dem zerbrochenen Tanker nimmt derweil der ranghöchste Offizier Ray Sybert (Casey Affleck, Bens Bruder) die Dinge in die Hand – zum Leidwesen einiger alt eingesessener Matrosen, die sich von ihm nichts sagen lassen wollen. An seiner Seite dabei: der Schiffskoch. Hier folgt der zweite Lichtblick des Films – zumindest für Kinder der 90er: Es gibt ein Wiedersehen mit Abraham Benrubi, dem überdimensionalen "Kubiac" aus der Highschool-Serie "Parker Lewis – Der Coole von der Schule".

Düsterer Film mit mittelmäßigen Schauspielern

Episoden auf dem zerstörten Tanker wechseln sich mit denen an Bord des Rettungsbootes und an Land im Hauptquartier der Küstenwache ab – und bleiben dabei so weit an der Oberfläche, dass es streckenweise eine Qual ist. Bei aller Dramatik sind die Charaktere nichts als Statisten. Eine besondere Schwäche des Films ist dabei Casey Affleck. Der Schauspieler teilt mit seinem berühmten Bruder Ben ("Gone Girl") die seltene Gabe, einen kompletten Film mit einem einzigen Gesichtsausdruck bestreiten zu können. 

Wie blutleer und gefühlsarm dieser Film von Regisseur Craig Gillespie daherkommt, ist umso erstaunlicher, da er auf einer wahren Begebenheit beruht – einer der waghalsigsten Episoden in der Geschichte der US-Küstenwache. Am 18. Februar 1952 traf nämlich jener gewaltige Sturm tatsächlich auf New England an der US-Ostküste und versenkte einen großen Tanker. Die tapferen Männer, die aufbrachen, um die Besatzung zu retten, gab es.

In "The Finest Hours" aber stellt sich Spannung lediglich über den ein oder anderen gelungen technischen Effekt ein – nicht etwa durch Emotionen. Allerdings nutzen sich selbst die anfangs durchaus spektakulär wirkenden 3D-Szenen im Laufe des zweistündigen Films ziemlich schnell ab.

(dpa)
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