Interview zu "Barfuß": Til Schweiger verspricht ein Happy End
zuletzt aktualisiert: 05.07.2004 - 12:51Köln (rpo). Gleichzeitig als Regisseur und als Darsteller ist Til Schweiger derzeit in Köln tätig. Für "Barfuß" verkörpert der Filmstar den Losser Nick, der eine junge Frau vom Selbstmord abhält - und auch das eher aus Versehen. Die Insassin einer Nervenklinik bricht daraufhin aus und klebt prompt wie eine Klette an Nick - eine "zarte, verrückte und absurd komische Liebesgeschichte", wie Til Schweiger in einem Interview verspricht.
Bei "Barfuss" sind Sie Regisseur, Hauptdarsteller, Produzent und Drehbuchautor. Wie verkraften Sie diese Mehrfachbelastung ?
Schweiger: Es ist wirklich heftig. Man muss auf so viele Dinge achten, dass sich bei mir schon alles im Kopf dreht. Das erlebte ich zuletzt vor sechs Jahren bei meinem Film "Der Eisbär", und danach wollte ich mir das so schnell nicht noch einmal antun. Wir haben das Drehbuch zu "Barfuss" über sechs Jahre entwickelt. Irgendwann war es dann soweit, dass ich den Film komplett im Kopf hatte und dann wollte ich ihn auch machen.
Sie bezeichnen "Barfuss" als "Liebeskomödie". Was kann man sich darunter vorstellen ?
Schweiger: Ich finde es am schönsten, wenn in einem Film alle Emotionen angesprochen werden, wenn man im Kino lachen und weinen kann. Ich denke, das wird uns gelingen.
Gibt es ein Happy End?
Schweiger: Natürlich gibt es ein Happy End, das muss einfach so sein. Aber bis es soweit ist, wird es sehr, sehr turbulent - und - hoffentlich sehr komisch.
Frage: Neben so genannten Charakterschauspielerin wie Michael Mendl und Nadja Tiller spielen auch Comedystars wie Markus Maria Profitlich und Axel Stein bei "Barfuss" mit. Eine ungewöhnliche Mischung...
Schweiger: Über die ich aber sehr froh bin. Ich würde mich ja nicht gerade als Komödianten bezeichnen. Ein Vollblutkomiker kann jede ernste Rolle spielen, anders herum geht das nicht immer auf. Es gibt nicht nun mal nichts schwierigeres als Komik auf der Leinwand. Markus Maria Profitlich und Axel Stein haben eine unglaubliche Präsenz und ich bin absolut glücklich, dass sie dabei sind.
Und bislang liefen die Dreharbeiten glatt ?
Schweiger: Leider nicht ganz. Für eine Einstellung haben wir eigens eine Düsseldorfer Rheinbrücke sperren lassen. Laut Drehbuch sollte es in Strömen regnen, doch unsere Spezialisten hatten viel zu wenig Regenmaschinen aufgebaut. In letzter Minute kam uns die Düsseldorfer Berufsfeuerwehr mit ihren Löschschläuchen zu Hilfe, sonst wäre der ganze teure Drehtag verloren gewesen.
Sie haben etliche Jahre in den USA gelebt und sind jetzt wieder nach Deutschland gezogen. Wie kam es dazu?
Schweiger: Letztlich war es eine Entscheidung für die Familie. Wenn man bei Dreharbeiten monatelang über Tausende Kilometer von der Familie getrennt ist, dann ist das nicht gut. Ich fühle mich nun mal nicht wohl ohne meine Frau und die Kinder. Unter diesen Vorzeichen macht es keinen Sinn, in Hollywood zu arbeiten, nur weil das eben Hollywood ist.
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