Stauffenberg-Film: Tom Cruise darf doch im Bendlerblock drehen
zuletzt aktualisiert: 14.09.2007 - 14:58Berlin (RPO). Die Bundesregierung hat Hollywoodstar Tom Cruise nun offenbar doch die Genehmigung erteilt, im Berliner Bendlerblock Szenen für seinen Stauffenberg-Film zu drehen. Bisher hatte die Regierung die Dreharbeiten am Orginalschauplatz strikt abgelehnt. Nun hat es einem Medienbericht zufolge einen Sinneswandel gegeben.
Cruise spielt unter der Regie von Bryan Singer den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Die Filmemacher konnten laut Raabe die Behörden davon überzeugen, dass in dem Streifen die Gedenkstätte als das gezeigt werden solle, was sie sei, nämlich eine Gedenkstätte als Grundlage für das Selbstverständnis des Deutschland, das aus den Trümmern der Hitler-Barbarei erstanden sei. Raabe nannte dies einen "schönen Spannungsbogen". Er betonte außerdem, dass die Tradition des Widerstands gegen Hitler die Grundlage des Selbstverständnisses der Bundeswehr sei.
Das Verbot war ergangen, weil es zum einen Befürchtungen gab, dass in dem Hof, in dem die Attentäter erschossen worden waren, aus dramaturgischen Gründen Hakenkreuzfahnen aufgezogen werden könnten. Zum anderen gab es offenbar Befürchtungen, weil Cruise bekennendes Mitglied der in Deutschland von Verfassungsschutz beobachteten Sekte Scientology ist. Raabe verwies allerdings auch auf Erfahren mit Filmarbeiten in dem Hof 2003.
Komplizierte Abstimmungen
Die Abstimmung mit dem Filmleuten war offenbar kompliziert. Denn Hausherr der Gedenkstätte des Deutschen Widerstand ist der Regierende Bürgermeister von Berlin. Das Verteidigungsministerium, das den gesamten Bendlerblock umfasst, ist in dieser Liegenschaft nur Mieter des Bundesfinanzministeriums. Durch gemeinsame Ortsbegehungen und Durchsprechen der geplanten Szenen vermochten die Leute um Tom Cruise offenbar, das bisherige Verbot zu Fall zu bringen.
Der Film war zuletzt durch einen Unfall bei den Dreharbeiten in die Schlagzeilen geraten: Ende August verletzten sich elf Komparsen beim Sturz von der Ladefläche eines fahrenden Lastwagens, als dieser vor der historischen Kulisse des Bundesfinanzministeriums in Berlin-Mitte an einer Kreuzung abbog. Eine Seitenwand der Ladefläche war plötzlich nach unten geklappt.
Das Gebäude ist für den Film der authentische Ort von Hermann Görings Reichsluftfahrtministerium. Zu DDR-Zeiten war es das Haus der Ministerien, vor dem sich der Volksaufstand am 17. Juni 1953 Bahn brach.
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