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Coen-Brüder, Robert Rodriguez und Woody Allen bei der Biennale: Trend beim Filmfestival Venedig: Jede Menge Hollywood

zuletzt aktualisiert: 25.08.2003 - 09:48

Venedig (rpo). Die Biennale in Venedig galt lange als Festival für schwer verdauliche Autorenfilme. In diesem Jahr kommt aber geballte Hollywood-Prominenz an den Lido, darunter die Coen-Brüder, Robert Rodriguez, Woody Allen - nebst zahlreichen Schauspielstars.

Erst im zweiten Jahr leitet Moritz de Hadeln (63) das Filmfestival Venedig (27.8.-6.9.), doch schon gibt er der arg angestaubten Veranstaltung ein neues Gesicht: Jede Menge Hollywood kommt diesmal an den Lido. Um nur einige Namen zu nennen: Robert Benton stellt die Verfilmung des Philip-Roth-Romans "Der menschliche Makel" vor (mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman). Die Brüder Joel und Ethan Coen präsentieren den verschlungenen Thriller "Intolerable Cruelty" (mit George Clooney und Catherine Zeta-Jones).

Und Robert Rodriguez gelingt es gar, in "Once upon a Time in Mexico" Stars wie Antonio Banderas, Salma Hayek, Johnny Depp, Willem Dafoe und Mickey Rourke nebeneinander auftreten zu lassen. Zur Eröffnung am Mittwochabend kommt sogar Woody Allen an die Lagune - seine neue Produktion "Anything Else" (mit Christina Ricci, Jason Biggs und Danny De Vito) hat Weltpremiere.

So etwas gab es noch nie am Lido. Und um dem Festival, das einst Hochburg des nicht immer leicht verdaulichen Autorenkinos war, in seiner 60. Ausgabe nicht ganz den Charakter zu berauben, starten die Hollywood-Größen außerhalb der Konkurrenz. Die 20 Wettbewerbsfilme hingegen stehen im Zeichen Europas, wie de Hadeln brav einräumt. Auch eine Deutsche ist dabei, Margarethe von Trotta (61), mit ihrem neuen Streifen "Rosenstraße" (mit Katja Riemann und Maria Schrader) über einen Aufstand jüdischer Frauen mitten im Berlin des Zweiten Weltkrieges. "Ich komme nach Hause", freute sich die Regisseurin. Sie hatte 1981 mit "Die bleierne Zeit" den Goldenen Löwen gewonnen.

"Die Amerikaner haben Angst am Wettbewerb teilzunehmen", meint de Hadeln, der über 20 Jahre die Berlinale leitete. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Als er vor einem Jahr in Venedig anfing, hat de Hadeln den Nagel eher auf den Kopf getroffen: "Der Goldene Löwe ist nichts mehr wert." Statt mitreißender Filme stand allzu viel Abgehobenes im Wettbewerb, mitunter Unappetitliches, besonders gern aus asiatischen Ländern.

Als Highlight des Wettbewerbs gilt schon jetzt "Imagining Argentina" von Christopher Hampton (mit Antonio Banderas und Emma Thompson), eine Story während der Zeit der Junta in Buenos Aires. Spannung verspricht Michael Winterbottom, der schon im Februar in Berlin für "In this World" den Goldenen Bären bekam. Der Brite zeigt "Code 46", eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau mit einer Besonderheit - die Geliebte ist ein Klon der Mutter ihres Lovers. Portugals Altmeister Manoel de Oliveira (94) tritt mit "Un filme falado" (mit John Malkovich) an.

Doch eines steht schon fest: Den größten Zulauf, den größten Andrang gibt es bei den Filmen außerhalb der Konkurrenz. James Ivory, der große Mann der Literaturverfilmung, zeigt in "Le Divorce" (Kate Hudson, Naomi Watts) die Liebesabenteur zweier amerikanischer Schwestern in Paris; ganz ohne literarische Vorlage. Bernardo Bertolucci ("Der letzte Kaiser") erzählt in "The Dreamers" eine Studentengeschichte während der 68er Revolte in Paris. Der Franzose Francois Dupeyron zeigt "Monsieur Ibrahim et les Fleurs du Coran", eine Geschichte über die Beziehung eines jungen Juden und eines alten arabischen Gemüsehändlers in Paris. Hauptdarsteller Omar Sharif ("Doktor Schiwago) erhält in diesem Jahr den Goldenen Löwen für seine Gesamtkarriere.


 
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