Schauspieler am Sonntag verstorben: Ulrich Mühe bereits beerdigt
zuletzt aktualisiert: 25.07.2007 - 12:42Hamburg (RPO). Der Schauspieler Ulrich Mühe ist tot. Der 54-Jährige starb bereits am Sonntag in Walbeck in Sachsen-Anhalt und wurde dort am Mittwoch auch beerdigt. Mühe litt an Krebs. Er spielte die Hauptrolle in dem Oscar-prämierten Film "Das Leben der Anderen".
Kurz nach seiner Rückkehr von der Oscar-Verleihung in Los Angeles im Februar hatte sich Ulrich Mühe einer schweren Magen-Operation unterzogen. Nur wenige Tage vor seinem Tod zog sich der Schauspieler aus Berlin nach Walbeck zurück, wo seine Mutter Isolde lebt. Am Sonntag sei Mühe im Alter von 54 Jahren dort seinem Magenkrebsleiden erlegen, wie die Bürgermeisterin des Ortes, Brunhilde Fucke, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP bestätigte.
Mühes sterblichen Überreste sind am Mittwoch bereits beigesetzt worden. Die Trauerfeier im Wohnort von Isolde Mühe habe auf Wunsch des Verstorbenen nur im engsten Familienkreis stattgefunden.
Erst in einem am Sonntag erschienenen Interview hatte Mühe sein Krebsleiden bestätigt: "Ja, ich habe Krebs", sagte Mühe dem Magazin der "Berliner Morgenpost" und beendete damit die wochenlangen Spekulationen um seinen Gesundheitszustand. "Ich unterziehe mich den entsprechenden Therapien und hoffe, dass es mir bald wieder besser geht", sagte der in der DDR aufgewachsene Schauspieler. Am Tag der Veröffentlichung starb Mühe.
Letztes großes Interview erschien am Todestag
Dass der Krebs seinen Magen befallen hatte, wusste der Schauspieler dem Bericht zufolge seit Februar. Die Diagnose platzte mitten in die Euphorie um "Das Leben der Anderen". Mühe war für seine Darstellung des Stasi-Abhörspezialisten Gerd Wiesler bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden, und die Oscar-Verleihung stand bevor.
Seit Monaten gab es Gerüchte um seinen Gesundheitszustand. Mühe hatte laut "Berliner Morgenpost" bis zu einem gewissen Grad Verständnis für das öffentliche Interesse, aber mittlerweile habe dieses Interesse pietätlose Ausmaße angenommen: Ein Kollege Mühes sei vor kurzem von Journalisten gefragt worden, ob er einen Nachruf auf ihn schreiben würde. Und wenig später habe seine Frau einen Anruf von einem bekannten Berliner Bestatter bekommen. "Die Familie ist schockiert über den Wirbel", sagte seine Presseagentin dem Blatt.
Mühe hinterlässt seine Frau und Kollegin Susanne Lothar (46) und fünf Kinder aus drei Ehen. Aus der Verbindung mit der 2006 ebenfalls an Krebs gestorbenen Schauspielerin Jenny Gröllmann stammt die Tochter Anna Maria Mühe ("Was nützt die Liebe in Gedanken"), die ebenfalls Schauspielerin ist. Mit Susanne Lothar hatte Mühe zwei Kinder.
Mühe stammte aus Sachsen und studierte an der Leipziger Theaterhochschule. In der DDR-Zeit war er an der Berliner Volksbühne und am Deutschen Theater engagiert. Zudem arbeitete er für Film und Fernsehen. 2005 erhielt er den Deutschen Fernsehpreis, 2006 den Europäischen und den Deutschen Filmpreis.
Der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, sprach zum Tod von Mühe von einem schweren Verlust. Der Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Gerhard Fuchs, würdigte Mühe als einzigartigen Schauspieler. "Mit der Darstellung der Figur des Stasi-Mannes in ,Das Leben der Anderen' hat er seine optimale darstellerische Fähigkeit geboten, die diesem Film ganz wesentlich zur Oscar-Prämierung verholfen hat."
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