125.000 Fans bescheren Darstellern in Wellington tollen Empfang: Umjubelte Weltpremiere von "Herr der Ringe 3"
zuletzt aktualisiert: 01.12.2003 - 14:25Wellington (rpo). Riesenauflauf in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington: 125.000 Menschen waren auf den Beinen, um die Weltpremiere des dritten Teils der "Herr der Ringe"-Trilogie zu feiern. Zahlreiche Hauptdarsteller waren zu dem Mega-Event angereist.
125.000 Fans der Fantasy-Saga und das Premierenpublikum haben am Montag die Welturaufführung von "Die Rückkehr des Königs" in Neuseelands Hauptstadt Wellington gefeiert. Die Zuschauer seien begeistert gewesen, sagte die Schauspielerin Liv Tyler im Anschluss an die Vorführung des mehr als drei Stunden langen Films nach dem Roman von J.R.R. Tolkien. "Am Ende sind alle aufgestanden und haben applaudiert, das war sehr berührend und schön."
Der Film "Die Rückkehr des Königs" wurde wie seine beiden Vorgänger in Neuseeland gedreht. "Ich fühle mich geradezu beschämt durch diesen wundervollen Empfang", sagte Regisseur Peter Jackson (42), als er den fast 500 Meter langen roten Teppich zum Premierenkino entlangschritt. In Deutschland läuft der Film erst am 17. Dezember an, die Europa-Premiere findet bereits am 10. Dezember in Berlin statt.
Peter Jackson und zahlreiche Hauptdarsteller - darunter Sir Ian McKellen (Gandalf), Elijah Wood (Frodo) und Orlando Bloom (Legolas) und Liv Tyler (Arwen) - waren in einem Autokorso vom neuseeländischen Parlament zum traditionsreichen "Embassy Theatre"-Kino gefahren, wo die Weltpremiere stattfand. Die Filmcrew wurde von einer Parade aus Kriegern, Orks und Hobbits - Fabelwesen aus dem Film - eskortiert. Hunderte Liebhaber der Fantasy-Streifen - viele von ihnen als Fabelwesen aus der Trilogie verkleidet - hatten schon in der Nacht zum Montag entlang der zweieinhalb Kilometer langen Strecke campiert, um sich die besten Plätze zu sichern. Ganze Hausfassaden waren mit Filmpostern dekoriert, die bis zu acht Stockwerke bedeckten. Über die Köpfe der Stars und Fans donnerte in nur 300 Metern Höhe eine mit "Herr der Ringe"-Motiven bemalter Jumbo-Jet der Fluggesellschaft Air New Zealand.
Angesichts der Fanmassen sprach der Regisseur von "der größten Party der Welt". Dies sei "der bemerkenswerteste Tag meines Lebens", sagte der Regisseur. Auch er sah den fertigen Film zum ersten Mal und äußerte sich sehr zufrieden: "Ich habe es genossen. So einen Tag wird es nie wieder geben." Ein Reporter des neuseeländischen Fernsehens berichtete, Jackson sei vor allem darüber erfreut gewesen, dass die Zuschauer immer an den richtigen Stellen gelacht und geweint hätten. Der Regisseur habe "immer Filme machen wollen, die die Menschen unterhalten und bewegen, und gemessen an der Reaktion des Publikums hat er das sicherlich geschafft".
Über fünf Jahre lang hat Jackson mit Stars wie Hauptdarsteller Elijah Wood und Liv Tyler in Neuseeland gedreht. Ohne "die atemberaubenden Landschaften dieses Landes hätte dieser Film nicht gedreht werden können", sagte der Regisseur. Er hatte die Produktionsfirma New Line Cinema gebeten, die "Die Rückkehr des Königs" in seiner Heimatstadt uraufzuführen. Im "Embassy Theatre" hatte der aus Wellington stammende Jackson als kleiner Junge seinen ersten Kinofilm gesehen.
Sechs Meter hoher Gollum an Wellingtons Flughafen
Vor allem Elijah Wood, Liebling der weiblichen Fans, zeigte sich begeistert, dass das Ende der Trilogie am Entstehungsort Neuseeland Weltpremiere feierte. "Ich bin so glücklich, dass wir hier in Wellington sind. Es passt einfach", sagte der Jungdarsteller. Der Schauspieler John Rhys-Davies, der in "Die Rückkehr des Königs" wieder den Zwerg Gimli spielt, sprach von einem "der größten Filme aller Zeiten", wenn die Hobbits Frodo und Sam weiter Mordor entgegen wandern, um den Einen Ring zu zerstören. Derweil rüsten sich die Kräfte von Gut und Böse zur letzten Schlacht um "Mittelerde".
Dass die Weltpremiere eines "Herr der Ringe"-Teils zum ersten Mal am Dreh- und Produktionsort stattfindet, war unübersehbar: Auf Wellingtons Flughafen saß ein sechs Meter hoher Gollum, während ein neun Meter großer Höhlentroll Keulen schwingend auf dem Rathausdach der Hauptstadt platziert wurde.
Kritiker, die den Film bereits am Samstag sahen, aber erst am 8. Dezember ihre Rezensionen veröffentlichen dürfen, zeigten sich überzeugt, dass der Streifen Oscar-Nominierungen als bester Film und für die beste Regie erhalten werde.
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