77. Oscarverleihung: "Untergang"-Filmcrew reist mit großem Gefolge
zuletzt aktualisiert: 25.02.2005 - 10:59Berlin (rpo). Das Mega-Event lässt sich die Crew des in diesem Jahr nominierten deutschen Films "Der Untergang" nicht entgehen: Zur 77. Oscar-Verleihung reist Regisseur Oliver Hischbiegel mit großen Gefolge nach Hollywood.
So werden nicht nur internationale Superstars wie Leonardo DiCaprio und Clint Eastwood über den 250 Meter langen roten Teppich schreiten, sondern auch Hirschbiegel mit seinen Hauptdarstellern Alexandra Maria Lara und Bruno Ganz sowie mit Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger.
Eichinger, der an der Berliner Staatsoper Unter den Linden derzeit mitten in den Proben zu seiner ersten Opernregie mit Richard Wagners "Parsifal" steckt, wird erst ganz kurzfristig in L.A. anreisen. Alexandra Maria Lara dreht derzeit in ihrer Heimat Rumänien und wird von dort aus Kalifornien ansteuern. Hirschbiegel und Ganz dagegen sind schon seit dem US-Start des "Untergangs" in New York am vergangenen Wochenende in den USA und brauchen nur von der Ost- an die Westküste zu reisen.
Das Historiendrama "Der Untergang" geht als bester nicht-englischsprachiger Film ins Rennen um den Oscar. Der Streifen über die letzten Tage von Adolf Hitler im Führerbunker konkurriert gegen "As it is in Heaven" (Schweden) von Kay Pollak, die französische Produktion "Die Kinder des Monsieur Mathieu" von Christophe Barratier, "The Sea inside" (Spanien) von Alejandro Amenábar und den südafrikanischen Film "Yesterday" von Darrell Roodt. "Es ist großartig, dass wir bei dieser Konkurrenz und 50 eingereichten Filmen unter die letzten fünf gekommen sind", sagt der Vorstand der Constantin Film AG in München, Thomas Peter Friedl. Friedl selbst ist ebenfalls nach Los Angeles gereist, um an der Oscar-Verleihung teilzunehmen.
"Der Untergang" beruht auf dem gleichnamigen Buch von Joachim Fest und auf den Erinnerungen "Bis zur letzten Stunde" von Hitlers Sekretärin Traudl Junge. Neben Ganz als Hitler sind unter anderen Lara (Traudl Junge), Corinna Harfouch (Magda Goebbels), Ulrich Matthes (Joseph Goebbels), Ulrich Noethen (Heinrich Himmler), Juliane Köhler (Eva Braun) und Heino Ferch (Albert Speer) zu sehen.
In Deutschland hatte der Film bereits fast fünf Millionen Zuschauer. Seit dem 18. Februar ist er auch in den USA zu sehen und fand dort ein sehr geteiltes Echo. So hat mit A.O. Scott beispielsweise ein bekannter Filmkritiker in der "New York Times" Eichingers Film, der zwischen "großer Kriegszeit-Dramaturgie" und "einem Sinn für das alltäglichste Detail" manchmal fast ins "Surreale" schwenke, durchaus "Faszination" zugebilligt, die allerdings nicht unbedingt "aufklärend-erhellend" sei. Im Unterschied zu dieser eher zwiespältigen Einschätzung feierte Kritikerkollege Gavin Smith das Werk dagegen als "ein Muss, absolut fesselnd...in seiner Rekonstruktion von Hitlers geistesgestört wirkenden letzten Tagen im Bunker".
Die letzten Oscar-Ehren für einen deutschen Film hatte es 2002 mit Caroline Links "Nirgendwo in Afrika" in der Kategorie bester ausländischer Film gegeben.
Nach Deutschland könnte ein weiterer Oscar in der Kategorie Dokumentarfilm gehen. Nominiert wurde der Streifen "Die Geschichte vom weinenden Kamel" von Luigi Falorni und Byambasuren Davaa. Der Film, der in der Wüste Gobi spielt, entstand als Produktion der Hochschule für Fernsehen und Film München in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk (BR). "Ich habe niemals damit gerechnet, dass mein kleiner, leiser, stiller Film jemals so viel Aufmerksamkeit bekommen könnte", sagte Falorni nach der Nominierung.
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