Geschäftemacherei mit Kindern: US-Jugendschützer greifen "Star-Wars"-Regisseur an
zuletzt aktualisiert: 21.05.2005 - 12:27Stuttgart (rpo). Jugendschützer aus den Vereinigten Staaten werfen dem "Star-Wars"-Regisseur George Lucas Geschäftemacherei auf dem Rücken von Kindern vor. Mit Spielzeug zum Film locke man junge Fans an, die den ab 13 Jahren freigegebenen Film aber gar nicht im Kino verfolgen können
Obwohl der neue Streifen "Die Rache der Sith" als einziger der sechs "Stars Wars"-Filme in den USA eine Altersbeschränkung von 13 Jahren habe, habe Lucas Lizenzen an Spielzeughersteller wie Lego und Hasbro vergeben, berichtete die "Stuttgarter Zeitung" am Samstag. Viele der "Star-Wars"-Fanartikel seien für Kinder unter zehn Jahren gedacht. Eric Nyman, Marketingchef des weltweit zweitgrößten Spielzeugherstellers Hasbro, sagte der "Stuttgarter Zeitung", sein Unternehmen biete "Star-Wars"-Spielzeug auch für Dreijährige an.
"Auf der einen Seite werden unsere Kinder seit sechs Wochen mit 'Star-Wars'-Spielzeug heiß gemacht, und auf der anderen Seite warnt Lucas selbst, dass der Film bei Kindern traumatische Schäden auslösen könnte", sagte die Gründerin der "Kampagne für eine kommerzfreie Kindheit", Susan Linn, in Boston. Linn kritisierte auch die Vermarktung von "Star Wars" durch Fastfood und Süßigkeiten - einer der größten Lizenznehmer für den sechsten Film ist Burger King. "Alle Produkte, die mit 'Star-Wars'-Motiven werben, sind voll gestopft mit Zucker und Fett", sagte Linn.
"Lucas verkauft sich immer als großer Familienfreund. Aber er nutzt die Sammelleidenschaft von Kindern aufs Übelste aus." Allein um alle 72 'Star-Wars'-Motive von den M&M-Schokoladen zu sammeln, müsse ein Kind rund 23 Kilogramm davon essen. "Das sind zehn Kilo Zucker." In Deutschland ist die sechste "Star-Wars"-Episode ab zwölf Jahren freigegeben.
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