Filmfestspiele: Venedig – die Roben der Stars
VON JULIUS MÜLLER MEININGEN - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008 - 07:52Venedig (RP). Die Designerkleider, in denen die weiblichen Stars über den Roten Teppich schreiten, erregen beim Festival in Venedig manches Mal mehr Aufsehen als die Filme, die dort gezeigt werden.
Schön und blöd geben sich die Hollywood-Helden George Clooney und Brad Pitt in der Komödie "Burn after Reading" – dem Film, mit dem die 65. Filmfestspiele von Venedig eröffnet wurden. Schön blöd, möchte man sagen, waren die beiden Superstars auch, nicht länger in Venedig geblieben zu sein, um zu genießen, was beim Festival am Lido der Filmkunst nur wenig nachsteht: der Kunst, sich mit dem richtigen Kleid im richtigen Moment in Szene zu setzen.
Das ehemalige Top-Modell Claudia Schiffer erschien zur "Burn after Reading"-Premiere mit einem grauen, üppig in Falten gelegten Kleid der italienischen Modemacherin Alberta Ferretti, für die Schiffer gerade wirbt. Das kleine Etwas, das die Blondine am linken Arm trug, ist 300.000 Dollar wert: eine mit Diamanten besetzte Uhr von Ferretti als Sonderanfertigung. Ferretti hatte so etwas wie das Monopol am Eröffnungsabend: Auch Tilda Swinton schmückte sich mit einer seiner Kreationen.
Ganz im Zeichen des Stylisten Valentino, der im vergangenen Herbst seinen Abschied aus der Modewelt bekannt gegeben hatte, stand der vergangene Donnerstag. "Valentino: The last Emperor" nennt sich der Dokumentarfilm über seine Arbeit, der auf dem Festival zu seinen Ehren präsentiert wurde. Die Damen der Premierenfeier hielten sich an das Thema des Abends und trugen Valentinos Stoffe. US-Schauspielerin Claire Danes entschied sich für ein enges, mit Blumenmustern besticktes und an seinen Rändern mit Tüll besetztes Cocktail-Kleid. Diane Kruger wählte ein cremefarbenes Valentino-Kleid mit Schleppe. Das meiste Aufsehen erregte Liz Hurley, die ehemalige Freundin von Hugh Grant. Während sie im März 2007 bei ihrer Hochzeit mit dem Milliardär Arun Nayar noch Versace bevorzugte, zeigte sie sich nun mit tiefem Dekolleté und Schleppe in einer champagnerfarbenen Valentino-Kreation.
Die Südafrikanerin Charlize Theron, von den Papparazzi wie wenige andere umschwärmt, wagte zur Valentino-Premiere einen eleganten Auftritt in Gucci-Stoffen. Am Tag darauf, zur Präsentation des Films "The burning plan", trat sie in einem glitzernden, cremefarbenen Kleid von Versace auf. Beliebtheits-Konkurrenz bekam Theron am ehesten noch von Natalie Portman, der laut Style-Magazin bestgekleideten Frau 2007. Sie erschien zur Premiere des Films "Birdwatcher" in einem zarten Hauch von Stoff aus dem Hause Rodarte. Auch nicht unauffällig, doch weniger belagert, war die deutsche Schauspielerin Nina Hoss anlässlich der Premiere von "Jerichow" in ihrem Ralph-Lauren-Kleid mit Schottenmuster. Der 77-jährige Altmeister Valentino bemerkte am Rande des Festivals wohl zu recht: "Die hohe Mode darf und kann nicht sterben. Noch gibt es schöne Frauen, die darauf wert legen, sich in so einzigartigen und kostbaren Kleidern zu zeigen." Wo, wenn nicht am mondänen Lido von Venezia, kann sich dieser Mann noch glücklich schätzen?
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