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Dritter deutscher Film im Berlinale-Wettbewerb: Verhaltener Applaus für "Gespenster"

zuletzt aktualisiert: 15.02.2005 - 17:05

Berlin (rpo). "Gespenster" ist der dritte deutsche Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale. Mit dem Film von Christian Petzold wurde die zweite Halbzeit des Festivals eingeläutet. Außerdem bekam das Publikum "Fateless" zu sehen. Die ungarisch-deutsch-britische Produktion war nach dem offiziellen Programmschluss noch nachnominiert worden.

In "Gespenster", der vom Fachpublikum mit verhaltenem Applaus quittiert wurde, kommt die Französin Francoise mit ihrem Mann nach Berlin, wo sie ihre vor 15 Jahren als Kleinkind entführte Tochter Marie zu finden hofft. Dort trifft sie auf zwei junge Frauen, Nina und Toni, die ziellos durch die Stadt streunen. Francoise glaubt, in der vereinsamten Nina (Julia Hummer) die verlorene Tochter gefunden zu haben.

Petzold kam es darauf an, die beiden zunächst getrennten Geschichten eng zu verknüpfen: "Es geht um ein Paar, das keine Gegenwart mehr hat, und ein weiteres Paar, das keine Vergangenheit hat, sondern nur in der Gegenwart lebt." Beim Schreiben des Drehbuchs sei es ihm ähnlich wie dem US-Autor William Faulkner gegangen, der auch einmal abwechselnd an zwei Romanen geschrieben hat. Den biografischen Hintergrund seiner Hauptcharaktere hat der Filmemacher ("Die innere Sicherheit") nach eigenen Angaben bewusst sehr knapp gehalten.

"Gespenster" ist der dritte deutsche Wettbewerbsbeitrag in diesem Jahr nach "One Day in Europe" von Hannes Stöhr und "Sophie Scholl - Die letzten Tage" von Marc Rothemund, die beide positiv aufgenommen worden waren.

Das Drehbuch zu "Fateless" schrieb Kertész selbst, nachdem er dies lange Zeit abgelehnt hatte. Der Nobelpreisträger überlebte als Jugendlicher die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Buchenwald. Der Leidensweg eines 15-jährigen Jungen durch die deutschen Todeslager ist auch Thema von "Roman eines Schicksallosen". Aus der Perspektive dieses heranwachsenden Jungen schildert die Romanverfilmung detailgenau den Weg, den die jüdische Bevölkerung Budapests während des Zweiten Weltkriegs nahm.

Als weiterer Wettbewerbsbeitrag lief der japanische Film "Kakushi Ken-oni no Tsume" ("The Hidden Blade"), ein Drama um einen Samurai in Japan Mitte des 19. Jahrhunderts. Regisseur Yoji Yamada war bereits 2003 mit "Tasogare Seibei" (Samurai in der Dämmerung) im Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären.

Auf dem Berlinale Talent Campus wurden die 40 besten Beiträge des Kurzfilmwettbewerbs "Shoot goals! Shoot movies" zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 präsentiert. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) lobte die Konkurrenz als "echte Perle" des Kunst- und Kulturprogramms zur WM 2006. Die Juroren hatten über 600 Beiträge aus 75 Ländern zu sichten.

Am Abend sollten der Goldene und der Silberne Bär für die besten Kurzfilme verliehen werden. Konkurriert hatten acht Beiträge aus sieben Ländern. Zudem sollte Schauspieler Daniel Day-Lewis, der im Panorama mit "The Ballad of Jack and Rose" zu sehen ist, eine Berlinale Kamera erhalten. Damit werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, denen sich die Berlinale auf besondere Weise verbunden fühlt.

Quelle: afp

 
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