40. Geburtstag: Veronica Ferrer: Zu groß für Schauspielschulen
zuletzt aktualisiert: 10.06.2005 - 09:49Frankfurt/Main (rpo). Veronica Ferres ist eine vielbeschäftigte Schauspielerin. Derzeit steht sie für für das ZDF vor der Kamera. In "Neger, Neger, Schornsteinfeger", der Verfilmung der Autobiografie von Hans Jürgen Massaquoi spielt sie die Mutter des Dunkelhäutigen, der in der Nazi-Zeit in Hamburg aufwächst. Am Freitag feiert Ferres ihren 40. Geburtstag.
Die Tochter eines Solinger Kartoffelhändlers scheint alles erreicht zu haben, was sie sich einmal erträumt hat. Obwohl sie nach eigenen Angaben wegen ihrer 1,80 Meter Körpergröße von zwölf Schauspielschulen nicht angenommen wurde, erhielt sie mit 20 erste Bühnenrollen in München und ein Jahr später spielte sie zum ersten Mal vor der Kamera. Sie fiel in Walter Bockmayers "Geierwally" auf und erhielt eine Hauptrolle in Edgar Reitz' TV-Epos "Die zweite Heimat".
Zum Durchbruch verhalf ihr Helmut Dietl, der sie als dralle Muse des Fälschers für die Hitler-Tagebuch-Satire "Schtonk" engagierte. Auch in der ZDF-Serie "Unser Lehrer Dr. Specht" zeigte Ferres als Schulsekretärin komödiantisches Talent. 1994 kam das erste Angebot aus Hollywood: Regisseur Marvin Chomsky nahm sie ins Ensemble für "Katharina die Große", zu dem Catherine Zeta-Jones, Jeanne Moreau und Omar Sharif gehörten. Die Hauptrolle in der Komödie "Superweib" trug wesentlich zum Starruhm von Veronica Ferres bei.
Mit ihrem eigenen Image spielte sie in der Rolle als karrierebesessene Schauspielerin namens "Schneewittchen" in der Dietl-Satire "Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief". Ein Imagewechsel gelang ihr 1998 mit der Emanzipationsgeschichte "Eine ungehorsame Frau" (ZDF).
Im Februar 2000 zerbrach ihre private Beziehung zu Dietl nach rund zehn Jahren. Veronica Ferres kehrte ans Theater zurück und überzeugte auch in der Rolle der Buhlschaft in "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen. Im Fernsehen ist sie einer der größten Stars geblieben. Für ihre Darstellung der Ehefrau von Heinrich Mann im Dreiteiler "Die Manns" erhielt sie den Adolf-Grimme-Preis in Gold und den Bayerischen Fernsehpreis. Zuletzt war sie im ARD-Drama "Kein Himmel über Afrika" zu sehen. Seit vier Jahren ist Ferres mit dem Werbemanager Martin Krug verheiratet; im Juni 2001 kam Tochter Lilly Katharina zur Welt. Im nächsten Jahr will sie noch einmal Mutter werden, wie Ferres vor kurzem dem Kölner "Express" sagte.
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