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panorama Jessica Alba in venedig fotografen AP 2010
  Foto: AP, AP
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Filmfestspiele in Venedig: Welch hübsche Doppel-Premiere

VON PETER BEDDIES - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010 - 12:15

Venedig (RP). Ein dickes Lob an die Macher der Filmfestspiele in Venedig. Das Spektakel am Lido startete mit einer Doppel-Premiere - und die war mit den Auftritten von Jessica Alba und Natalie Portman so hübsch gelungen, wie man es selten zuvor gesehen hat.

Am ersten Abend liefen Darren Aronofskys Ballettkrimi "Black Swan" (mit Natalie Portman in der Hauptrolle) und Robert Rodriguez' "Machete" (mit Jessica Alba in der Hauptrolle). Gute Chancen könnte Tom Tykwer mit seinem neuen Film "3" haben.

So ein Problem hätten wohl viele Festivaldirektoren sehr gern. Das älteste Filmfestival der Welt hat sich gestern Abend den Luxus geleistet, mit zwei Premieren zu eröffnen. Eigentlich, so schrieben italienische Zeitungen, hätten es drei sein können. Denn Anton Corbijn wollte mit seinem Thriller "The American" – in der Hauptrolle glänzt George Clooney – auch auf den ersten Abend. Aber das Festival hatte ihm einen Korb gegeben. Woraufhin der Film gleich ganz zurückgezogen wurde.

"Black Swan" geht als Fovorit ins Rennen

Aber auch so gab es gestern Abend reichlich Glamour und gute Filme. Zur besten Feierabendzeit, zwischen 19 und 20 Uhr, liefen die Schauspieler Natalie Portman und Vincent Cassell über den roten Teppich. Sie spielen die Hauptrollen in Darren Aronofskys Ballettkrimi "Black Swan".

Eine sehr erfolgreiche Tänzerin ist dem Druck nicht mehr gewachsen, verliert langsam den Verstand. Aronofsky, der vor zwei Jahren hier in Venedig für "The Wrestler" den Goldenen Löwen gewonnen hat, legt hier ein wunderbares Puzzle vor. Was ist Realität? Was ist Traum? Wo fängt der Albtraum an? Auf jeden Fall ist "Black Swan" der erste Favorit auf einen der Preise, die am 11. September vergeben werden.

Danny Trejo statt Brad Pitt

Die zweite Premiere des Abends, besser gesagt die Mitternachtspremiere, gehörte dem stets etwas wirren Robert Rodriguez. Was er in "Machete" zusammenrührt – von Superheldenfilm über Immigrantendrama bis zur Politsatire –, das sprengt deutlich den Rahmen. Aber genau das wollte Rodriguez mit diesem Film, den er nur auf Wunsch seiner Fans gemacht hat, auch erreichen. "Ich wollte mir eine Fantasiewelt zusammenträumen", so Rodriguez im Interview, "in der Lateinamerikaner endlich den Stellenwert bekommen, den sie bisher im Film nicht hatten. Wäre das ein großer teurer Film geworden, dann hätte Brad Pitt den Mexikaner geben müssen. So konnte ich Danny Trejo nehmen."

Und Danny Trejo, der in 25 Jahren Karriere mehr als 200 Filme, vor allem im Billig-Action-Genre, gemacht hat, füllt den Charakter des Machete, der sich an den Männern rächt, die seine Familie umgebracht haben, hervorragend aus. So werden Kultfiguren geboren. Aber Achtung, die Gewalt im Film ist derart drastisch, dass sich beim deutschen Kinostart im November etliche Leute aufregen werden. "Machete", dessen Hauptdarstellerin Jessica Alba gestern in Venedig wie immer eine sehr gute Figur machte und für Fan-Aufläufe sorgte, wird nicht in den Wettbewerb um die Goldenen Löwen eingreifen.

Gute Chancen für Tom Tykwer

Der Chef der Jury – Quentin Tarantino – wäre sonst wohl auch in arge Nöte gekommen. Denn Tarantino und Rodriguez sind enge Freunde. Tarantino hat gestern bei der Vorstellung der Jury klar gemacht, dass er nach "einem Film sucht, der tief in mir etwas berührt. Und dabei ist es mir egal, woher der Preisträger kommt. Würde er von meiner Mutter kommen, dann würde ich ihr den Preis geben." Danach befragt, wie er sich auf ein Festival wie Venedig vorbereitet, hatte er eine schöne Geschichte: "Ich veranstalte mein eigenes Festival. Schaue mir 20 bis 30 DVDs an. Als ich das das letzte Mal gemacht hatte, bin ich hinterher Tom Tykwer begegnet und konnte ihm sagen, dass er mein Festival gewonnen hat." Gute Karten für Tom also?

Gut möglich. Tykwer präsentiert seinen neuen Film "3" über Liebesleben und Liebesnöte der heute Mittvierziger am Ende des Festivals. Davor aber ist die Konkurrenz groß. Julian Schnabel, der zuletzt mit "Schmetterling und Taucherglocke" begeisterte, stellt in "Miral" seine Sichtweise auf den Konflikt zwischen Israel und Palästina vor. Der vietnamesische Altmeister Tran Anh Hung hat mit "Norwegian Wood" einen Bestseller von Haruki Murakami verfilmt. Aus Kanada kommt die ungewöhnliche Comic-Verfilmung "Baney's Version" – mit Dustin Hoffman und Paul Giamatti.

"Venezia67" verspricht ein Fest mit vielen interessanten Streifen zu werden. Vom großen Feiern, das man vor der Krise ausführlich getan hat, ist noch wenig zu sehen. Aber besser man spart da als am Film.


 
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