Filmfestival Cannes lockt mit großen Namen: Wenders und Shepard wollen Goldene Palme
zuletzt aktualisiert: 18.04.2005 - 15:40Paris (rpo). Bereits mehr als zwanzig Jahre ist es her, dass Regisseur Wim Wenders und Drehbuchautor Sam Shepard mit "Paris, Texas" in Cannes einen triumphalen Erfolg feiern konnten. Jetzt ziehen die beiden mit dem neuen Spielfilm "Don't Come Knocking" wieder gemeinsam ins Rennen um die Goldene Palme.
Wenders und Shepard hatten 1984 bereits die begehrte Trophäe gewonnen; dies war der bisher letzte Sieg eines deutschen Films bei dem Festival an der südfranzösischen Riviera. Wie jetzt bei "Don't Come Knocking" hatte Wenders Regie geführt und der US-Dramatiker Shepard das Drehbuch geschrieben. Diesmal steht Shepard an der Seite seiner Kollegen Jessica Lange, Tim Roth und Sarah Polley auch noch vor der Kamera. Der Film wurde im vergangenen Sommer im US-Bundesstaat Montana gedreht. Er erzählt die Geschichte eines abgehalfterten Westerndarstellers, der auf der Flucht vor sich selbst mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Produziert wurde "Don't Come Knocking" von Wenders' Hamburger Firma Reverse Angle Productions.
Im Hauptprogramm von Cannes, allerdings außer Konkurrenz, wird der Deutschtürke Fatih Akin seinen Dokumentarfilm "Crossing the Bridge" zeigen. Akin feierte im vergangenen Jahr mit "Gegen die Wand" riesige Erfolge. Das Beziehungsdrama um zwei türkischstämmige Deutsche gewann als erster deutscher Film seit 18 Jahren den Goldenen Bären bei den Berliner Filmfestspielen und errang den Deutschen und den Europäischen Filmpreis. Den Musikstreifen "Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul" drehte der 31-Jährige in der türkischen Metropole. Er kommt am 9. Juni in die deutschen Kinos.
In Cannes hatte der deutsche Film zuletzt einen schweren Stand. Nach elf Jahren Pause ohne deutschen Wettbewerbsbeitrag war im vergangenen Jahr Hans Weingartners Streifen "Die fetten Jahre sind vorbei" mit "Good bye, Lenin"-Star Daniel Brühl eingeladen worden, erhielt aber keinen Preis. Die Goldene Palme ging an den US-Dokumentarfilm "Fahrenheit 9/11", in dem Filmemacher Michael Moore ätzende Kritik an seinem Staatschef George W. Bush übte.
Nach den Worten des künstlerischen Festivalleiters Thierry Frémeaux ist die Konkurrenz diesmal mit "großen Namen" gespickt. Die französische Presse erwartet unter anderem neue Filme der Goldene-Palme-Gewinner von 1999, 2000 und 2003, Luc und Jean-Pierre Dardenne (Belgien), Lars von Trier (Dänemark) und Gus Van Sant (USA). Zudem sollen US-Filmemacher Jim Jarmusch und der österreichische Regisseur Michael Haneke ihre jüngsten Werke zeigen. Haneke hatte in Cannes 2001 mit "Die Klavierspielerin" nach dem gleichnamigen Roman von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek einen Großen Preis der Jury errungen.
Erstmals und ebenfalls außer Konkurrenz soll US-Regisseur George Lucas den Berichten zufolge am 15. Mai seinen angeblich letzten "Krieg der Sterne"-Streifen in Cannes feierlich präsentieren. "Star Wars III: die Rache der Sith" läuft am 19. Mai in den Kinos an.
Das Festival läuft in diesem Jahr vom 11. bis zum 22. Mai. Offiziell wird das Programm am Dienstag in Paris bekannt gegeben.
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