Verfilmung des Mädchenkultbuches: "Wilde Hühner" im Anflug
zuletzt aktualisiert: 02.08.2005 - 09:42Köln (rpo). Sybille führt ein chaotisches Leben und ist ständig auf der Suche nach dem richtigen Mann. Doch damit nicht genug: Die Taxifahrerin ist außerdem Mutter. Und ihre Tochter Sprotte richtet mit ihrer Bande ebenfalls viel Chaos an. Das ist die Geschichte von Vivian Naefes Kinofilm "Die Wilden Hühner", in dem Veronica Ferres die Rolle der Sybille übernommen hat.
"So eine Rolle habe ich noch nie gespielt," sagt Veronica Ferres ganz bescheiden. Als Mutter zeigt sie in dem Film viel Verständnis für das Chaos, das die Bande ihrer Tochter Sprotte anrichtet. Gute Nerven braucht Sybille auch, denn Sprotte und ihre drei Freundinnen bilden "Die Wilden Hühner", die coolste Mädchengang der fünften Klasse. Zu dem wilden Quartett stößt noch eine Neue: Wilma. Die muss allerdings vor ihrer Aufnahme in die Bande noch einige Prüfungen bestehen. Für Ärger sorgen immer wieder die Jungs von der Konkurrenzbande "Pygmäen". Als Oma Slättberg aber ihre Hennen schlachten will, gibt Sprotte Alarm. Schließlich sind die Hennen doch die Maskottchen der Bande. Als einzige können ausgerechnet nur noch die "Pygmäen" helfen.
"Fuchsalarm" heißt der Roman aus der Buchreihe "Die Wilden Hühner" von Cornelia Funke, den die Münchner Bavaria-Erfolgsproduzentin Uschi Reich und ihr Koproduzent Peter Zenk für die erste deutsche Verfilmung eines Funke-Buches ausgesucht haben. Reich, die unter anderem die Leinwandhits "Emil und die Detektive", "Das fliegende Klassenzimmer" und "Bibi Blocksberg" produziert hat, ist begeistert von Funkes "Hühner"-Vorlage: "Die ist einmalig - der beste und klügste Kinderstoff seit Erich Kästner und Astrid Lindgren."
Seltsamerweise wird Funke hierzulande noch immer nicht so recht wahrgenommen. Dabei hat die 46-Jährige aus Dorsten schon mehr als drei Millionen Bücher verkauft, ihre Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Ihre Romane wie "Drachenreiter" oder "Tintenherz" erreichen Auflagen wie sonst nur "Harry Potter" und sind auch in den USA und Großbritannien sehr gefragt. Kein Wunder, dass die derzeit erfolgreichste Jugendbuchautorin Deutschlands zur "deutschen Joanne K. Rowling" ausgerufen wurde. Das Hollywood-Studio Warner Bros. will im Januar die Verfilmung ihres Romans "Herr der Diebe" in den deutschen Kinos starten, und die US-Produktionsfirma New Line hat das Rennen um die Filmrechte für den Roman "Tintenherz" gewonnen.
Uraufführung für Dezember geplant
Die Kinderdarsteller seien aus mehr als 1.000 Bewerbern ausgesucht worden, sagt Reich am Montagabend nach Drehschluss in Köln-Porz. Da sei manche Träne geflossen. Neben Michelle von Treuberg als Sprotte haben es Lucie Hollmann, Paula Riemann, Zsa Zsa Inci Bürkle und Jette Hering schließlich geschafft, die "Hühner"-Rollen zu bekommen.
Für die Erwachsenenrollen konnte Reich problemlos prominente Schauspieler gewinnen: Neben Ferres agieren Jessica Schwarz, Benno Fürmann, Doris Schade und Axel Prahl. Die Erfolgsserie deutscher Kinderfilme hat sich auch unter den Stars herumgesprochen, wie Reich berichtet: "Inzwischen fragen mich viele namhafte Schauspieler, ob sie mal in einem Kinderfilm mitspielen dürfen." "Ich habe auch gefragt," fügt Ferres offenherzig hinzu.
Gedreht wird der 4,6 Millionen Euro teure Spielfilm komplett in Nordrhein-Westfalen. Die Filmstiftung NRW unterstützt das Projekt mit 800.000 Euro. Die 48 Drehtage verteilen sich auf Köln, Düsseldorf, Xanten und Umgebung. Der Münchner Verleiher Constantin Film will den vom ZDF koproduzierten Film am 15. Dezember mit 500 Kopien in die Kinos bringen. "Die Uraufführung ist für den 4. Dezember 2005 im Kölner Cinedom vorgesehen", sagt Constantin-Vorstand Thomas Peter Friedl. Wenn der Film gut ankommt, will Reich schon im nächsten Jahr ein weiteres Funke-Buch verfilmen: "Die wilden Hühner und die Liebe".
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