Trauer um Bernd Eichinger: Wulff: "Eine außergewöhnliche Persönlichkeit"
zuletzt aktualisiert: 26.01.2011 - 16:21Düsseldorf (RPO). Der plötzliche Tod des legendären Film-Produzenten Bernd Eichinger hat in Politik, bei Schauspielern und in der Filmwirtschaft tiefe Trauer ausgelöst. Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigten seine Verdienste.
"Wichtige Filme tragen seine Handschrift, und nie hat er sich als Produzent nur auf die Finanzierung, sondern immer auch auf die Gestaltung der Filme konzentriert, so dass alle seine unverwechselbare Handschrift tragen", schrieb Bundespräsident Wulff am Mittwoch in einem Kondolenzschreiben an die Witwe Eichingers. Mit Eichinger habe Deutschland eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren.
"Wie unzählige Freunde des deutschen Films habe ich mit Bestürzung vom Tod Bernd Eichingers erfahren," sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das deutsche Kino verliere nicht nur den erfolgreichsten Produzenten der letzten Jahrzehnte, sondern auch seinen leidenschaftlichsten Antreiber und Träumer. Millionen Fans verdankten ihm berührende Momente. "In seinen Filmen von 'Christiane F.' über 'Der Untergang' bis hin zum 'Baader Meinhof Komplex' wird Bernd Eichinger weiterleben", erklärte die Kanzlerin.
Der 61-Jährige war am Montagabend in der kalifornischen Filmmetropole Los Angeles bei einem Abendessen mit Freunden und seiner Familie einem Herzinfarkt erlegen. Der Münchner Konzern Constantin Medien, dessen Tochter Constantin Film Eichinger 1977 gründete und über Jahrzehnte prägte, sprach von einer "unfassbaren Nachricht".
Filmemacher, Schauspieler und Politiker trauern
Erschüttert zeigten sich auch Kollegen: "Bernd Eichinger war einer der größten deutschen Produzenten, dass er nicht mehr da ist, reißt eine auf Jahre nicht zu schließende Lücke in unserer Branche", sagte der Vorsitzende des Vorstands der Produzentenallianz, Alexander Thies, Eichinger habe mit seinem Denken in großen Dimensionen der Branche entscheidende Impulse gegeben und das deutsche Kino in den vergangenen drei Jahrzehnten maßgeblich mitgeprägt.
Schauspieler und Regisseur Til Schweiger sagte am Dienstagabend unmittelbar nach Bekanntwerden der Nachricht: "Sein Tod macht mich unendlich traurig, und er hat ganz viel für mich bedeutet, weil er ein enger Freund geworden ist. Am Anfang war er eine Art Mentor."
Der Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie, Alfred Holighaus, hat die Verdienste des verstorbenen Produzenten Bernd Eichinger gewürdigt. Es bestehe kein Zweifel, dass Eichinger für das Kino in Deutschland und auch weltweit ganz viel bewegt habe, sagte Holighaus am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Eichinger hinterlasse eine ganz große Lücke.
Wowereit: "Wir alle hätten so gern noch viele Filme von ihm gesehen"
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat die Nachricht vom Tod des Filmproduzenten Bernd Eichinger mit Bestürzung aufgenommen. "Eichinger ist einer der ganz Großen des deutschen Films, und wir alle hätten so gern noch viele Filme von ihm gesehen", erklärte der SPD-Politiker am Mittwoch. Er sei "einer der wichtigen und kreativen deutschen Produzenten", fügte Wowereit hinzu. Mit Berlin sei er durch seinen ersten großen internationalen Erfolg verbunden.
Auch die ARD-Vorsitzende Monika Piehl trauert um den Regisseur. Er hat mit seinen Produktionen die deutsche und internationale Filmlandschaft wie kein anderer geprägt. Mit seinem Instinkt für Themen und seinem Gespür für deren Umsetzung hat er den deutschen Film auch international erfolgreich gemacht.
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