"Der Name Flick ist belastet, daran kommen wir nicht vorbei": Flick-Kurator: Kunst nicht in Haft nehmen
zuletzt aktualisiert: 20.08.2004 - 17:26Berlin (rpo). Eugen Blume warnt davor, Kunst in "Haft" zu nehmen. "Der Name Flick ist belastet, daran kommen wir nicht vorbei", sagte der Kurator der "Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof" in Berlin.
"Wir müssen zeigen, wie wir dazu stehen", sagte Blume der Zeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe). Dennoch könne diese Familiengeschichte nicht verhindern, "dass wir Kunst zeigen".
Es sei aber klar, dass man als Kunsthistoriker keinen Beitrag zur NS-Wirtschaftsgeschichte leisten könne, fügte er hinzu. Es gehe letztlich nicht nur um die Familie Flick, sondern um die Großindustriellen in Deutschland, die die Nazis unterstützt hätten. Dafür gebe es hervorragende Historiker, die sich mit dem Thema in Form eines Buches oder einer Ausstellung auseinander setzten, die dann im Deutschen Historischen Museum gezeigt werden könnte. Kunst sei nicht dafür gemacht worden, "im Tiefkühlfach" weggesperrt zu werden, betonte Blume, der auch Leiter des Hamburger Bahnhofs ist.
Flicks Collection zählt zu den hochkarätigsten Privatsammlungen der zeitgenössischen Kunst und umfasst über 2000 Werke. Etwa ein Drittel davon wird als Auftaktveranstaltung der siebenjährigen Zusammenarbeit mit Flick ab 22. September im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart in Berlin und in den über eine Brücke angeschlossenen Rieckhallen präsentiert. Der vier Monate dauernden Schau folgen "jährliche Szenenwechsel" in den Rieckhallen, die dann ausschließlicher Ausstellungsort sein werden. Die Ausstellung der Sammlung hatte heftige Kontroversen ausgelöst, weil der Großvater des Sammlers, Friedrich Flick, zu den größten Rüstungslieferanten des NS-Regimes gehört hatte.
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