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Ausstellung zum Woodstock-Festival: Flower-Power im Museum

zuletzt aktualisiert: 02.06.2008 - 20:59

Bethel Woods (RPO). Woodstock: Das steht für Flower-Power, Jimi Hendrix, Liebe und Frieden. Vor fast 40 Jahren kamen über eine halbe Millionen Hippies in den Staat New York und zelebrierten das Leben, die Musik und ihre Nacktheit. Nun hat ein ein Museum eröffnet, das an die legendären Sommertage erinnert.

Das Woodstock-Festival war der musikalische Höhepunkt der Hippie-Bewegung: Jimi Hendrix und andere Helden der Rockgeschichte traten im August 1969 vor einer halben Million Hippies auf.

Viele Künstler lebten damals im etwa hundert Kilometer nördlich von New York gelegen Woodstock und nahmen dort ihre Platten auf. Doch die Kleinstadt gab dem Festival nur den Namen. Tatsächlich fand es auf einer 240 Hektar großen Farm in dem Dorf Bethel Woods statt, 80 Kilometer von Woodstock entfernt.

Vor zwei Jahren kaufte Alan Gerry, eine örtliche Größe des Kabelfernsehens, das Gelände. Etwa 64 Millionen Euro wurden seither in den Aufbau des Museums investiert. Die Ausstellung soll Touristen und damit Geld in die von Arbeitslosigkeit geplagte Region bringen.

Das Festival prägte die Generation der Baby-Boomer. Joan Baez, Joe Cocker, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Carlos Santana, The Who und noch viele andere mehr gaben Konzerte, die vom Morgengrauen bis zum nächsten Morgen dauerten. Das war die Begleitmusik zu drei Tagen der Freiheit, der Nacktheit und der Drogen.

1969 hatte sich Max Yasgur von seinem Sohn Sam überreden lassen, seine Farm für das Musikfestival zur Verfügung zu stellen und die Fans auf seinen Feldern campieren zu lassen - ein Abenteuer, das finanziell allerdings zum Reinfall wurde.

Ursprünglich wurde für das Festival zwar Eintritt verlangt, da die Organisatoren aber von dem Massenandrang überfordert worden, gelangte der Großteil der Flower-Power-Jünger kostenfrei auf das Gelände. Die Ticketeinnahmen konnten die enormen Kosten für Verpflegung und medizinische Betreuung nicht abdecken.

Als Symbolereignis der Hippie-Bewegung war Woodstock aber ein Riesenerfolg. "Sobald Jimi Hendrix seine Teilnahme zugesagt hatte, strömten die anderen Stars nur so herbei", erzählt einer der damaligen Initiatoren in einem Video, das im neuen Museum gezeigt wird.

Auf fast tausend Quadratmetern Ausstellungsfläche lassen unterschiedlichste Dokumente und Erinnerungsstücke die Tage vom 15. bis 17. August 1969 neu aufleben: Fotos, auf denen junge Leute nackt baden oder dafür beten, dass der Regen endlich aufhört. Oder private Notizen und offenbar im Drogenrausch bemalte Autos.

"Wenn es heute einen Afroamerikaner und eine Frau im Rennen um die Präsidentschaft gibt, dann haben wir das jenen Jahren zu verdanken", sagt Richie Havens. Er eröffnete damals das Woodstock-Festival, weil die anderen Musiker auf der Autobahn zwischen hunderttausenden Autos der anreisenden Fans im Stau steckten.

Die Künstler landeten schließlich im Hubschrauber. "Ich kam aus Texas mit einem Kumpel und bin nie wieder zurückgekehrt. Ich habe hier Arbeit und später auch eine Frau gefunden", erzählt der 65-jährige Duke Devlin, der künftig Touristen durch die Ausstellung führen wird.

Von dem pazifistischen Geist des Festivals ließ sich sogar die Polizei anstecken. Statt "Security" (Sicherheit) stand "Peace" (Frieden) auf den Abzeichen der Beamten, und die Armee flog Lebensmittel mit dem Hubschrauber ein, als die Vorräte knapp wurden.

Vieles in Woodstock war improvisiert, auch auf der Bühne. "Sie sagten zu mir: ’Richie, noch vier Lieder’. Dann habe ich vier Lieder gesungen und noch mal vier und noch mal vier. Und als ich keine mehr kannte, habe ich eben improvisiert. So ist 'Freedom' entstanden", erzählt der Folk-Sänger Havens, der jüngst die Filmfestspiele in Cannes mit seinem Kult-Song eröffnete.

Die vielen Drogen in Woodstock spielen in der Ausstellung allerdings kaum eine Rolle. Es sei daran gedacht worden, den Museumsbesuchern "Anti-LSD-Pillen" zu verkaufen, sagt Museumsdirektor Wade Lawrence. "Wir wollten anspielen auf die Pillen von damals, die wirklich nicht sehr gut waren, aber am Ende haben wir es dann doch gelassen."

Quelle: afp

 
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