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Veranstaltungen rund um den Dichter: Friedrich Schiller: Hommage zum 200. Todestag

zuletzt aktualisiert: 28.12.2004 - 10:50

Weimar (rpo). Im Jahr 2005 jährt sich der Todestag von Friedrich Schiller zum 200. Mal. Der große deutsche Dichter starb am 9. Mai 1805 in Weimar. Zu Ehren Schillers sind in seinen deutschen Wirkungsstätten zahlreiche Veranstaltungen vorgesehen.

Ein Klassiker der deutschen Literatur: Friedrich Schiller.  Foto: ADN, AP
Ein Klassiker der deutschen Literatur: Friedrich Schiller. Foto: ADN, AP

Den Anfang macht die Staatskapelle Weimar, die in einem großen Silvester- und Neujahrskonzert im Deutschen Nationaltheater Weimar Schillers "Lied von der Glocke" für Soli, Chor und Orchester in der musikalischen Bearbeitung von Max Bruch interpretiert. Höhepunkt wird ein Festakt unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler am 9. Mai in Weimar sein. Außerdem werden Schillers Geburtsort Marbach am Neckar sowie die Städte Stuttgart, Mannheim und Jena mit Veranstaltungen rund um Friedrich Schiller sicher viel Publikum anlocken.

Im Mittelpunkt der Schiller-Ehrungen stehen zweifellos die Aufführungen seiner Stücke. Das Schauspielensemble des Deutschen Nationaltheaters Weimar bringt gemeinsam mit anderen Häusern eine Werkschau der Dramen auf die Bühne, die der Dichter in seinen letzten Weimarer Jahren schuf. Das Stuttgarter Staatstheater versucht ab Anfang Mai eine Annäherung an Schiller durch eine Reise, wobei eine Ansicht entworfen werden soll, "die den Dichter vom Sockel nationaler Verehrung herunterholt", wie es in einer Ankündigung heißt.

Mit zwei großen Ausstellungen wollen das Schiller-Nationalmuseum, das Deutsche Literaturarchiv in Marbach und die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen die Leidenschaft für den Dichter wecken. Die Ausstellung "Götterpläne & Mäusegeschäfte - Schiller 1759 bis 1805" in den Räumen des Marbacher Schillermuseums will nach Aussage der Kuratoren Frank Druffner und Martin Schalhorn dem Widerspruch zwischen Alltagssorgen und idealistischem Streben nachgehen, über den Schiller einmal schrieb: "Ich stürze aus meinen idealischen Welten, sobald mich ein zerrissener Strumpf an das wirkliche mahnt." Gezeigt werden vom 23. April bis zum 9. Oktober 2005 Handschriften, frühe Druckerzeugnisse, Skulpturen und Gemälde aus dem Nachlass Schillers, der einer der ersten freien Schriftsteller in Deutschland war und es neben der großen Kunst immer auch mit "Mäusegeschäften" zu tun hatte.

"Schiller international"

Rund um die Eröffnung der Ausstellung in Marbach beschäftigen sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit Schillers Werk. Sie reisen aus jenen Ländern an, aus deren Geschichte Schiller seine Dramenstoffe bezog, also aus Großbritannien, Frankreich, Russland, Italien und der Schweiz und halten Vorträge in der Reihe "Schiller international".

Die Ausstellung in Weimar "Die Wahrheit hält Gericht - Schillers Helden heute" will diese Helden in ihrer Wirkung auf eine von Brüchen und dem Zwang zur Neuorientierung gekennzeichneten Gegenwart untersuchen. Kurator Ernst-Gerhard Güse konzentriert sich nach eigenen Angaben auf die Helden in Schillers Dramen von den "Räubern" bis zum "Wilhelm Tell". Die Ausstellung in Weimar wird vom 9. Mai bis zum 10. Oktober gezeigt; anschließend sollen die Expositionen ausgetauscht werden und bis zum 17. April 2006 am jeweils anderen Ort bleiben.

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena würdigt ihren Namenspatron, der von 1789 bis 1793 hier als Geschichtsprofessor lehrte, vom 21. bis zum 24. September mit einem Kongress unter dem Thema "Schiller in allen Facetten seines Wirkens". Gemeinsam mit der Wochenzeitung "Die Zeit", dem MDR und dem Suhrkamp-Verlag hat die Uni einen Essay-Wettbewerb für Studierende und Doktoranden zum Thema "Was heißt und zu welchem Ende kann man heute Schiller lesen?" ausgeschrieben.

Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Auf Befehl des Herzogs Karl Eugen trat er 1773 in die Karlsschule ein, wo er ab 1776 Medizin studierte. 1780 war er Regimentsmedicus in Stuttgart. Er erhielt Arrest und Schreibverbot wegen der Aufführung seines Dramas "Die Räuber" in Mannheim. Flucht nach Bauerbach, von da nach Leipzig, Dresden und 1787 erstmals nach Weimar. 1789 Ernennung zum Professor an der Universität in Jena. 1799 siedelte er erneut nach Weimar über, wo er am 9. Mai. 1805 im Alter von 45 Jahren starb.

Quelle: ap

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