Verleihung in Berlin: "Good bye, Lenin!" gewinnt deutschen Filmpreis
zuletzt aktualisiert: 06.06.2003 - 07:24Berlin (rpo). Der Deutsche Filmpreis geht in diesem Jahr an den Film "Good bye, Lenin!". Hauptdarsteller Daniel Brühl erhielt außerdem den Titel als bester Darsteller des Jahres.
Bei der Verleihung am Freitagabend in Berlin erhielt die Tragikomödie über die untergegangene DDR von Wolfgang Becker neun Preise, darunter den Filmpreis in Gold. Der Film mit Daniel Brühl und Katrin Saß wurde in sechs weiteren Kategorien von der Jury ausgezeichnet. Darüber hinaus gewann der Streifen, den bisher 5,8 Millionen Zuschauer sahen und der in zahlreiche Länder bis in die USA verkauft wurde, auch den Publikumspreis. Der Regisseur sagte bei der Gala, das zahlreiche Publikum bei seinem Film sei für ihn die größte Auszeichnung.
Hauptdarsteller Daniel Brühl wurde zudem zum zweiten Mal hintereinander vom Publikum als bester Darsteller des Jahres gekürt. Die goldene "Lola" für den besten Spielfilm ist mit 500 000 Euro dotiert. Mit insgesamt 2,87 Millionen Euro ist der Deutsche Filmpreis der höchstdotierte deutsche Kulturpreis.
Filmpreise in Silber (400 000 Euro) erhielten bei der von Jörg Pilawa moderierten Galaveranstaltung im Tempodrom mit 2000 Ehrengästen, darunter die "Preisstifterin" und Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos), der Episodenfilm "Lichter" von Hans- Christian Schmid und das Beziehungsdrama "Nackt" von Doris Dörrie mit Jürgen Vogel. Beste Hauptdarstellerin ist Hannelore Elsner in "Mein letzter Film". Sie hatte den Preis zuletzt im Jahr 2000 für "Die Unberührbare" gewonnen.
"Good bye, Lenin!" erhielt neben dem Hauptpreis und den Publikumspreisen noch sechs Goldene "Lolas" (10 000 Euro) für herausragende künstlerische Einzelleistungen. Die Gewinner sind Regisseur Becker, Hauptdarsteller Daniel Brühl, der auch für seine Leistung in dem Film "Elefantenherz" ausgezeichnet wurde, Florian Lukas für die beste Nebenrolle, Yann Tiersen für die Musik sowie Peter Adam für den Schnitt und Lothar Holler für das Szenenbild in der DDR-Komödie.
Als beste Nebendarstellerin wurden Corinna Harfouch für ihre Rolle in dem Kinderfilm "Bibi Blocksberg" ausgezeichnet. Der Filmpreis in Gold (250 000 Euro) für den besten Kinder- und Jugendfilm ging an die Kästner-Verfilmung "Das fliegende Klassenzimmer" von Tomy Wiegand. Als bester Dokumentarfilm wurde "Rivers and Tides" von Thomas Riedelsheimer prämiert, der auch den Filmpreis in Gold für die beste Kamera erhielt. Bester ausländischer Film ist "The Hours" von Stephen Daldry.
Den undotierten Filmpreis in Gold für herausragende Verdienste um den deutschen Film erhielt der Berliner Filmpublizist und -historiker Ulrich Gregor von den Freunden der Deutschen Kinemathek, Gründer und langjähriger Leiter des Internationalen Forums des Jungen Films der Berlinale.
Kulturstaatsministerin Weiss hatte in ihrer Begrüßungsrede betont, der deutsche Film könne mit Selbstbewusstsein und Stolz in die Zukunft blicken. "Er braucht den internationalen Wettbewerb nicht zu scheuen." Zu den prominenten Ehrengästen der Gala gehörten unter anderem "Lenin"-Hauptdarstellerin Katrin Saß - sie saß wegen einer Fußverletzung im Rollstuhl - , die Regisseure Doris Dörrie, Caroline Link und Tom Tykwer, die Schauspieler Joachim Krol, Otto Sander und Jürgen Vogel, die Autorin Elke Heidenreich und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), in Begleitung seines Lebensgefährten. Höhepunkte der Gala werden an diesem Samstag um 22.10 Uhr im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt.
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