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Berlin
Grüne fordern Frauenquote für den Kulturbereich

Berlin. Düsseldorfs Kunstsammlungs-Direktorin Marion Ackermann, Kölns Opern-Intendantin Birgit Meyer oder Bettina Masuch, die Leiterin des Tanzhaus NRW - sie haben eines gemeinsam: Auf ihrem Posten sitzt im Normalfall ein Mann. Zwar sind die Hälfte der Studenten im Kulturbereich weiblich, doch nur wenige von ihnen schaffen es in die Führungsebenen. Je höher die Karrierestufe, desto seltener wird sie von Frauen erreicht. Deutlich wird das auch bei der beliebtesten Krimiserie der Deutschen. "Von 82 gedrehten Folgen des ,Tatort' in 2013 hat in nur drei Fällen eine Frau Regie geführt", sagt Grünen-Abgeordnete Ulle Schauws, die als Film- und Fernsehwissenschaftlerin die kürzlich gründete Initiative "Pro Quote Regie" unterstützt, welche für eine Förderquote für Regisseurinnen kämpft. Von Henriette Westphal

Heute stellen die Grünen im Bundestag einen Antrag vor, der eine Gleichberechtigung von Männern und Frauen im staatlich geförderten Kulturbetrieb fordert. Sie wollen dabei vor allem Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, in die Verantwortung ziehen. Auch in der Kultur werde ein "Gender Budgeting" gebraucht, also ein gendergerechter Haushaltsplan, so Schauws. Gefordert wird auch eine paritätische Geschlechterverteilung in Gremien und bei der Vergabe von Fördergeldern und Preisen.

Als Grundlage dienen den Grünen Zahlen einer Studie von 1995 bis 2000, die der Deutsche Kulturrat für die Kultusministerkonferenz erarbeitet hat. In diesem Zeitraum wurde zwar fast jede zweite Stadtbibliothek von Frauen geleitet, in staatlichen Museen, Theatern und Orchestern war die Frauenquote jedoch verschwindend gering. Nur rund 25 Prozent der Kunstmuseen in Deutschland werden von einer Frau geleitet, 14 Prozent der Intendanten und nur ein bis zwei Prozent der musikalischen Leiter sind weiblich - auch in Nordrhein-Westfalen. "Ich glaube nicht, dass sich an diesen Zahlen viel verändert hat", sagt Schauws. Das sei nicht nur ungerecht - auch kreatives Potenzial gehe verloren. "Ich erkenne eine gewisse Ignoranz", klagt Schauws die Regierung an. Die Grünen fordern nun, dass die alte Studie neu aufgelegt wird, um aktuelle statistische Daten zu bekommen.

Quelle: RP
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