Region stellt sich den Experten vor: Gute Chancen für Ruhrgebiet als "Kulturhauptstadt"
zuletzt aktualisiert: 21.02.2005 - 11:54Essen (rpo). Zuversicht für die Bewerbung von Essen und dem Ruhrgebiet um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2010" zeigte NRW-Kulturminister Michael Vesper nach dem Besuch einer Expertenjury. In Essen und Bochum hatte die Region am Sonntag dem siebenköpfigen Gremium ihre Stärken präsentiert. Die Experten beraten den Bundesrat und sollen eine Empfehlung über die insgesamt zehn deutschen Kandidaten abgeben.
Er habe ein "gutes Gefühl", betonte der Minister. Es sei gelungen, die Stärken der Bewerbung nicht nur rational, sondern auch emotional deutlich zu machen. Bei den einzelnen Programmpunkten und in einem rund einstündigen Gespräch sei der Jury gezeigt worden, welche "gigantischen Prozesse" die Kulturhauptstadt in einem der größten Ballungsräume Europas auslösen könne, hob Vesper hervor. Dabei sei deutlich geworden, dass die Regionalität der Bewerbung eher als Vorzug gesehen werden.
Das Votum der Jury sei allerdings nicht vorhersehbar, sagte Vesper Grüne) weiter. Die Entscheidung, welche zwei bis vier Städte sie in die engere Wahl für die Bewerbung nimmt, soll bis Anfang März fallen. Bis dahin müsse nun abgewartet werden.
Essens Kulturdezernent Oliver Scheytt äußerte sich nach dem Besuch der Jury ebenfalls. Die Präsentation sei gut gelungen. Auch sei in dem Gespräch mit der Jury deutlich gemacht worden, wie sehr die ganze Region hinter der Bewerbung stehe. Diese Geschlossenheit im Revier habe vermittelt werden können.
Die Jury war an der Bochumer Jahrhunderthalle unter anderem von Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD), dem Intendanten des Bochumer Schauspielhauses, Matthias Hartmann, und mehr als 20 Oberbürgermeistern, Bürgermeistern und Landräten der Region empfangen worden. Anschließend besuchte sie das Weltkulturerbe Zollverein und die Philharmonie Essen, wo 400 Kinder aus Chören des ganzen Ruhrgebietes für das Gremium sangen. Als Abschluss fand ein Gespräch zwischen den Jurymitgliedern und unter anderem Vesper und Scheytt statt.
Das Ruhrgebiet bewirbt sich gemeinsam mit neun weiteren Städten, darunter Potsdam, Braunschweig, Görlitz, Regensburg und Lübeck, um den Titel der "Kulturhauptstadt Europas 2010". Unter den Bewerbern ist es die einzige Region. Träger der Bewerbung sind der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Stadt Essen.
Der Bundesrat wird zwischen zwei und vier Bewerber benennen und der Europäischen Union (EU) vorschlagen. Dabei lässt er sich von der Expertenjury beraten. Die endgültige Entscheidung trifft der Europäische Rat spätestens Anfang 2006.
Der Jury gehören an der ungarische Schriftsteller und Soziologe György Konrad, die stellvertretende Arte-Chefredakteurin Waltraud Luschny, der Schweizer Schriftsteller und Präsident der Akademie der Künste, Adolf Muschg, die Vorsitzende und Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Isabel Pfeiffer-Poensgen, der ehemalige Präsident des Bayrischen Akademie der schönen Künste, Wieland Schmied, der Soziologe Walter Siebel und Werner Durth, Professor für Theorie und Geschichte der Architektur.
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