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Mit 81 Jahren
Fotografin Hilla Becher ist gestorben

Hilla Becher tot: Fotografin starb mit 81 Jahren
Hilla Becher ist im Alter von 81 Jahren gestorben. FOTO: dpa, de_hpl ve sab gfh
Düsseldorf. Die Fotografin Hilla Becher, Mitbegründerin der für ihre Sachlichkeit berühmten "Düsseldorfer Fotoschule", ist tot. Die Fotokünstlerin sei am Samstag im Alter von 81 Jahren in Düsseldorf gestorben, bestätigte ihr Verlag Schirmer/Mosel am Dienstag. Hilla Bechers Mann Bernd war bereits 2007 verstorben.

Das Künstlerpaar Becher war mit Aufnahmen anonymer Industriebauten - Hochöfen, Wasser-, Förder- und Kühltürmen, Silos und Fabrikhallen - bekanntgeworden. Mit ihrer kühlen Schwarz-Weiß-Fotografie dokumentierten sie eine untergehende Industrie und gingen zugleich in die moderne Kunstgeschichte ein. Sammlungen ihrer Fotografien finden sich in zahlreichen Museen im In- und Ausland.

"Mit Hilla Becher verliert die internationale Kunstszene eine ihrer wichtigsten Persönlichkeiten", hieß es in einer Erklärung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. "Ihr wacher Geist und der untrügliche Blick prägten eine ganze Generation von Künstlern."

Bernd und Hilla Becher hätten mit ihren typologisch konzeptuellen Industrieaufnahmen die Fotografie ebenso wie die Kunst revolutioniert, sagte Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur. "Es ist ihnen gelungen, über die Kunstszene hinaus, unser aller Aufmerksamkeit auf die außergewöhnliche Ästhetik der Industriebauten der Schwerindustrie zu lenken." Die Institution hatte 1995 mit dem Fotografenpaar eine Kooperation zur Sicherung und Aufarbeitung eines wesentlichen Teils des Becher-Archivs begonnen.

Bernd Becher hatte an der Düsseldorfer Kunstakademie die Professur für Fotografie inne und war Begründer der einflussreichen "Becher"-Klasse, aus der unter anderem Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff und Candida Höfer hervorgingen. "Ihr Verdienst ist kein geringerer als die Erfindung und Etablierung einer neuen Wahrnehmungsästhetik", schrieb Schirmer/Mosel über Bernd und Hilla Becher. Durch ihr Werk sei die Fotografie als eigenständige Gattung der Kunst in den 1960er Jahren in Deutschland entdeckt worden.

"Wir haben diese Arbeit aus schierer Lust an Bildern begonnen", sagte Hilla Becher im Jahr 2005 über den Beginn ihrer fotografischen Arbeit Anfang der 60er Jahre. "Wir wussten, dass die Dokumentationen solch faszinierender Formen - die man ja grundsätzlich schön oder hässlich finden kann und deren Zweck in erster Linie nicht-ästhetisch ist - uns Freude machen würde."

Für ihre wegweisendes fotokünstlerisches Lebenswerk wurden Bernd und Hilla Becher vielfach ausgezeichnet - vom Goldenen Löwen der Biennale in Venedig bis zum Goslarer Kaiserring. Noch vergangenes Jahr nahm Hilla Becher in Düsseldorf den Großen Rheinischen Kulturpreis entgegen.

(dpa)
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