Geldgeber für Restaurierung gesucht: Italienischer Schuh-Mogul will Kolosseum retten
zuletzt aktualisiert: 02.12.2010 - 20:58Rom (RPO). Ein italienischer Schuh-Mogul gilt als letzte Hoffnung für die Restaurierung des heruntergekommenen Kolosseums in Rom. Fabrikant Diego Della Valle sagte am Donnerstag vor Journalisten in der italienischen Hauptstadt, er biete 25 Millionen Euro für die Instandsetzung des antiken Amphitheaters.
"Wir müssen jetzt etwas tun, denn es ist notwendig", sagte der Chef der Schuh- und Handtaschenfabrik Tod's. Sein Angebot gelte noch bis Ende des Jahres.
Das Kulturministerium hatte Ende August eine Ausschreibung gestartet, bei der private Investoren aufgerufen wurden, die Instandsetzungskosten für das Kolosseum zu übernehmen. Am Donnerstag sagte der Generalsekretär des Ministeriums, Roberto Cecchi, keiner der Bieter habe bis zum Ablauf der Frist Ende Oktober ein angemessenes Angebot vorgelegt.
Jetzt werde das Ministerium mit Verhandlungen beginnen, dadurch werde sich der für 2012 geplante Beginn der Restaurierung "leicht" verschieben. Genauere Angaben machte Cecchi nicht.
Die Zeitung "La Repubblica" berichtete am Donnerstag, Della Valle habe als einziger der rund 20 Bieter die Auflagen der Ausschreibung erfüllt. Allerdings seien sich das Ministerium und der Schuhfabrikant noch nicht einig geworden, schrieb das Blatt unter dem Titel "Kolosseum: Scheitern des Sponsoring rückt Restaurierung in weite Ferne". Dem Blatt zufolge streiten das Ministerium und der Finanzier unter anderem um die aus Sicht des Fabrikanten "übertrieben" strengen Bauauflagen.
Die Fassade des Kolosseums ist verwittert und von Abgasen geschwärzt. Der marode Zustand des Amphitheaters geriet im vergangenen Mai in die Schlagzeilen, als große Stücke Mörtel und Kalk von den Mauern brachen.
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