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"Stolz und Vorurteil und Zombies"
Jane Austen + Zombies = sehr lustig

"Stolz und Vorurteil und Zombies" ist eine gelungene Genre-Gratwanderung. Von Martin Schwickert

Das Bild ist vertraut: Im sonnenbeschienenen Salon des bescheidenen Landsitzes in Longbourn sitzen die fünf Bennet-Töchter beieinander, kichern und schwatzen über einen gewissen Mr. Bingley, der im benachbarten Netherfield Park eingezogen sein soll. Aber statt mit Stickarbeiten sind die jungen Damen damit beschäftigt, Pistolen zu putzen und Dolche zu schärfen. Denn in dieser Jane-Austen-Adaption geht es um mehr als nur um die Untiefen von Liebe und Hochzeitsmanagement in der unteren englischen Oberklasse. Hier geht es - ab und an - auch ums nackte Überleben.

"Stolz und Vorurteil und Zombies" - der Titel ist griffig und beschreibt das Konzept: die Begegnung zweier Genres, die unvereinbar miteinander scheinen. Aber wer Austens Roman - oder eine der zahllosen Verfilmungen - kennt, weiß ganz genau, dass angeblich unvereinbare Gegensätze oftmals wie geschaffen füreinander sind. Dass sich dieses Mash-Up zu einen äußerst unterhaltsamen Blödsinn entwickelt, liegt vor allem daran, dass Regisseur und Drehbuchautor Burr Steers seinen Film als Jane-Austen-Adaption durchaus ernst nimmt. Das gilt nicht nur für die Ausstattung, die sich mit jedem konventionellen Kostümfilm messen kann, oder die Dialoge, die nah an der Vorlage bleiben, sondern auch für die solide Besetzung. "Downton Abbey"-Sweetheart Lily James reiht sich selbstbewusst neben Vorgängerinnen wie Keira Knightley oder Jennifer Ehle ein und balanciert ihre Elisabeth als versierte Zombiejägerin perfekt zwischen Würde und Ironie aus.

Okay, Sam Riley kann es sicherlich nicht mit dem jungen Colin Firth aufnehmen, aber sein Darcy hat hier endlich einmal allen Grund, griesgrämig und misstrauisch zu sein. Schließlich befindet er sich seit Jahren im Kampf gegen die untoten Hirnfresser, die sich im schönen England seuchenartig vermehren. Ohnehin lassen sich im Angesicht des möglichen Untergangs der Zivilisation die zarten Emotionen der Vorlage kraftvoller herausarbeiten. Wenn Jane auf ihrem Ritt nach Netherfield erkrankt, ist das möglicherweise nicht nur eine fiebrige Erkältung, sondern eine deutlich schlimmere Infektion. Als Darcy der empörten Lizzy seinen ersten Heiratsantrag macht, wird der amouröse Schlagabtausch als kleines Martial-Arts-Ballett in Szene gesetzt. Schließlich wurden die Bennet-Schwestern, wie sich das für Töchter aus gutem Hause gehört, allesamt in fernöstlicher Kampfkunst ausgebildet.

Überraschend organisch verbinden sich die ornamentalen Dialoge mit dem beifälligen Abstechen der Untoten, deren Köpfe von zartem Damenschuhwerk wie überreife Melonen zertreten werden. Zweifellos liegt "Stolz und Vorurteil und Zombies" nur eine gute Idee zugrunde, aber die wird hier recht variantenreich und mit viel Liebe zum Detail ausgeschlachtet.

Quelle: RP
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