Beschluss der Unesco: Kölner Dom bleibt Weltkulturerbe
zuletzt aktualisiert: 10.07.2006 - 21:28Bonn/Vilnius (rpo). Der Kölner Dom bleibt Weltkulturerbe. Das Unesco-Komitee hat das Bauwerk am Montag von der Roten Liste gestrichen. 2004 hatte es das Kölner Wahrzeichen noch als gefährdet eingestuft, weil ein Hochhaus sowie weitere geplante Gebäude auf der gegenüber liegenden Rheinseite die Wirkung der Kathedrale und der einzigartigen Stadtsilhouette zu beeinträchtigen drohten.
Das Komitee hatte 2005 die Streichung des Kölner Doms aus der Welterbe-Liste angedroht, falls die bei der Einschreibung übernommenen Verpflichtungen nicht eingehalten würden. Inzwischen sei die Stadt Köln den Forderungen der UN-Kulturorganisation weitgehend nachgekommen. erklärte die deutsche UNESCO-Kommission in Bonn. Sie habe die Höhe der im Entstehen befindlichen Hochhäuser begrenzt und auf den Bau weiterer Häuser verzichtet, die den Blick auf den Dom verstellen würden. "Über die letzten noch offenen Details wird man sich in den nächsten Monaten einigen", sagte Generalsekretär Roland Bernecker.
In Berlin erklärte der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Günter Gloser: "Dass nun eine verträgliche Lösung gefunden wurde, ist auch Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit aller Akteure auf Ebene der Kommune, des Landes und des Bundes." Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma zeigte sich "hocherfreut und auch erleichtert, dass das Komitee unsere Leistungen anerkannt hat und den Dom von der Roten Liste genommen hat." Köln sei bis an die Grenzen des Machbaren gegangen. Der 157 Meter hohe Dom steht seit 1996 auf der Welterbe-Liste.
Autobahnbrücke über Elbe umstritten
Das Welterbe-Komitee befindet in Vilnius in dieser Woche zudem darüber, ob das Elbtal bei Dresden trotz der Baupläne für eine große Flussbrücke Welterbe bleiben kann. Die Entscheidung wird für (den morgigen) Dienstag erwartet. Am Mittwoch geht es schließlich darum, ob Regensburg in die UNESCO-Liste aufgenommen wird.
Das Elbtal Dresden wurde 2004 als Weltkulturerbe anerkannt. Die Stadt will eine 636 Meter lange Waldschlösschenbrücke quer durch das Elbtal bauen und sieht sich dabei an das Ergebnis eines Bürgerentscheids gebunden. Davon könne nur mit 60.000 Unterschriften oder einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Stadtrat abgewichen werden. Der Stadtrat werde am 20. Juli in einer Sondersitzung über das weitere Vorgehen entscheiden.
In Regensburg, wo man sich bereits seit rund 20 Jahren um das Prädikat "Welterbe" für die Altstadt bemüht, hoffte man am Montag weiter auf eine positive Entscheidung. Die markantesten Bauten der Stadt sind der gotische Dom und die 860 Jahre alte Steinerne Brücke, die über die Donau führt.
Vom Welterbe-Komitee wird außerdem eine Entscheidung über eine Umbenennung der Gedenkstätte in Auschwitz erwartet. Die polnische Regierung hat beantragt, den Namen "Konzentrationslager Auschwitz" in "Früheres Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau der deutschen Nazis".
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