Kulturhauptstadt: Air Berlin hilft Ruhr 2010
VON BERTRAM MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 18.12.2009 - 08:12Düsseldorf/Essen (RP). Schon das ganze Jahr über steht das Flugzeug auf dem Rollfeld. Die Motoren dröhnen, und hin und wieder sucht der Kapitän die Passagiere bei Laune zu halten, indem er ihnen kundtut, wie lange es noch dauert bis zum heiß ersehnten Start. Die Passagiere ertragen das Warten mit erstaunlicher Geduld, doch allmählich reicht's ihnen. Sie möchten endlich über den Wolken schweben, dort, wo die Freiheit grenzenlos scheint und sich ein Reich der Phantasie eröffnet.
Das Gleichnis vom Flugzeug, das noch nicht starten darf, erzählt von der langen Vorbereitung des Kulturhauptstadtjahrs 2010 im Ruhrgebiet. Immer wieder schickten die Veranstalter Ankündigungen ins Land, doch Taten dürfen erst vom 9. Januar an folgen, wenn das Jahr der Künste offiziell eröffnet wird – mit einem zweitägigen Fest auf dem Gelände der Zeche Zollverein.
Jetzt steigen zumindest schon mal Flugzeuge auf, die den Ruhm von Ruhr 2010 in die Welt tragen. "Air Berlin", die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands, versieht 53 ihrer Jets mit dem Logo der Kulturhauptstadt und jeweils mit einem Namen der 53 beteiligten Städte und Gemeinden, von Alpen bis Xanten, von Schermbeck bis Marl.
Als gestern Joachim Hunold, Chef von "Air Berlin", und Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Ruhr 2010, in Halle 7 des Düsseldorfer Flughafens das Logo an einer der Maschinen enthüllten, stellte der frühere WDR-Intendant Pleitgen westfälisch knapp fest: "Wir sind startklar."
Das Logo mit einem farbigen Muster aus wehenden Fähnchen wird also künftig nicht nur auf ICE-Zügen durch Deutschland rollen, sondern grenzüberschreitend auch durch die Wolken fliegen. Der Flughafen Düsseldorf versteht sich als das internationale Drehkreuz des Kulturhauptstadtjahrs, denn das Ruhrgebiet selbst verfügt lediglich über Regionalflughäfen.
"Wir werden im kommenden Jahr die Besucher ins Ruhrgebiet fliegen und freuen uns, auf diesem Weg einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Begegnung zu leisten", sagt Hunold staatsmännisch. Privat befragt, worauf er sich im Kulturhauptstadt-Jahr besonders freue, nennt er jenes Projekt, welches vorsieht, dass die Autobahn A 40 am 18. Juli 2010 für einen Tag gesperrt wird, auf dass die Künste sie erobern.
Auch dabei wird "Air Berlin" als Sponsor behilflich sein.
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