Studenten interpretieren Bilder des 18. Jahrhunderts: Alte Meister können auch lustig sein
zuletzt aktualisiert: 01.05.2009 - 11:02Düsseldorf (RPO). Da soll noch einer sagen, die Kunst der Alten Meister sei düster und humorlos. Es ist alles nur eine Frage der Interpretation. Bester Beweis ist der neue Fotoband mit dem Titel "Kunst erneuern. Ein Jungbrunnen für alte Meister". Angehende Mediendesigner stellen altehrwürdige Meisterwerke nach – mit amüsanten Verfremdungen.
An der Hochschule Furtwangen durften sich die Studenten mit viel Humor den Bildern der Alten Meister nähern. In einem Fotoprojekt stellten sie die Motive nach. Aufgabe war es, die Brillianz des Originalwerkes in Szene zu setzen und es gleichzeitig in die Gegenwart zu holen.
Herausgekommen ist ein Bildband, der einerseits zur Belustigung des Betrachters führt und andereseits den Blick für das Original schärft. Man muss schon genau hinschauen, wenn man auf der Neuinterpretation von Eugène Delacroixs Bild der Julirevolution die modernen Wolkenkratzer erkennen möchte.
Deutliche Unterschiede sind dagegen bei Eckersbergs "Morgentoilette" zu erkennen. Im 18. Jahrhundert trug man noch kein Tattoo oberhalb des Gesäßes – geschweige denn an irgendeiner anderen Stelle. Bei der "Morgentoilette" der Gegenwart ist allerdings das zu sehen, was man im Volksmund als "Arschgeweih" bezeichnet.
Das Projekt der Studenten gibt es inzwischen seit vier Jahren. Es ist ein fester Bestandteil der Ausbildung im Fach Fotografie geworden. Die Arbeiten sind jetzt in einem Bildband zusammengefasst. Die Bilder bereiten nicht nur echten Kennern Freude, sondern gerade Neueinsteiger finden mit dem Band einen neuen Zugang zur alten Kunst.
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