Haus der Geschichte in Bonn: Ausstellung zeigt Ikonen deutscher Zeitgeschichte
zuletzt aktualisiert: 21.05.2009 - 14:14BONN (RP). 60 Jahre Bundesrepublik lassen sich auch mit einer Handvoll Bilder erzählen. Jeder kennt sie, jeder verbindet etwas mit ihnen. „Ikonen der Zeitgeschichte“ heißen diese Bilder in einer Ausstellung, die ab dem 21. Mai im Bonner Haus der Geschichte zu sehen ist.
Der „Sprung in die Freiheit“ des DDR-Grenzsoldaten Conrad Schumann 1961, der tote Student Benno Ohnesorg 1968, Willy Brandts Kniefall 1970 in Warschau oder Hanns Martin Schleyer 1977 in der Gewalt der RAF - Bild-Ikonen wie diese laden das historische Geschehen symbolisch auf. Sie konstituieren - mehr als es Worte je könnten - das Geschichtsbewusstsein der Menschen, sagt Martin Schuster, Professor für Psychologie an der Universität Köln und Experte für die Wirkung von Fotos.
Alle Bild-Ikonen der Bonner Ausstellung vereinen drei Aspekte: Ihre Bildsprache ist eingängig, ihr Inhalt trotzdem komplex, ihr Überraschungsmoment groß. Im 20. Jahrhundert, als Bilder mehr denn je politischen Zwecken zu dienen hatten, stieg in beiden deutschen Staaten, in Demokratie und Diktatur, das Bedürfnis nach der identitätsstiftenden Kraft zeitgeschichtlicher Momentaufnahmen.
Doch während in der DDR das Regime seine Bilder inszenierte, entschied in der Bundesrepublik vor allem der Medienmarkt, welche Aufnahmen sich aus der Bilderflut herauslösten und im historischen Gedächtnis verankern konnten.
Die Ausstellung „Bilder im Kopf. Ikonen der Zeitgeschichte“ im Bonner Haus der Geschichte läuft bis zum 11. Oktober. Der Eintritt ist frei.
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