Still-Leben soll wiederholt werden: Autobahnfest 2011 am Niederrhein?
VON JÖRG ISRINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 19.07.2010 - 20:30Düsseldorf (RP). Das „Still-Leben“ auf der A 40 bewegt die Menschen auch über den Sonntag hinaus. Nach dem Erfolg des Straßenfestes auf der A 40 hoffen viele der drei Millionen Besucher auf eine Wiederholung. Der Regionalverband Ruhr spricht sich für eine Neuauflage auf der A 42 mit verändertem Konzept aus. Lässt sich die Idee auch auf Autobahnen im Rheinland übertragen?
Drei Millionen Besucher haben zwischen Duisburg und Dortmund auf der gesperrten Autobahn gefeiert – und die meisten von ihnen wünschen sich eine Neuauflage. „Wenn das die Stimme des Volkes ist, sollte man auf das Volk hören“, empfiehlt Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und einige Ruhrgebiets-Bürgermeister sprechen sich ebenfalls dafür aus, das so lebendige „Still-Leben“ zu wiederholen.
Lässt sich das Konzept auf Autobahnen im Rheinland übertragen? „Ja klar, das ist doch eine tolle Aktion“, glaubt Ratingens Bürgermeister Harald Birkenkamp, der sich das „Still-Leben“ durchaus auf der A 52 oder der A 44 vorstellen kann.
Ganz so einfach wäre ein Export des Konzepts von der Ruhr ins Rheinland aber dann wohl doch nicht. Ein derartiges Fest stehe und falle mit vernünftigen Umleitungsstrecken, sagt Ingrid Scholtz vom Landesbetrieb Straßen.NRW. Zudem sei es entscheidend, ob es sich um eine Pendlerautobahn wie die A 40 oder eine Reiseautobahn wie etwa die A 3 handele. „Bei der A 40 waren nicht so viele Menschen von der Sperrung betroffen“, so Scholtz. Ein weiterer Faktor ist die Zahl der Anschlussstellen – bei den 60 gesperrten Kilometern auf der A 40 waren es mit 37 ungewöhnlich viele. Für eine Machbarkeitsstudie brauche man daher auf jeden Fall ein Verkehrsgutachten.
Nicht nur das schreckt andere Rathauschefs im Rheinland ab. Für den Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers lebt die „Still-Leben“-Aktion von ihrer Einzigartigkeit. „Das kann man nicht kopieren“, warnt Elbers.
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Norbert Bude, Oberbürgermeister von Mönchengladbach, bezweifelt, dass sich das Ruhrgebiets-Konzept etwa auf die A 52 übertragen lässt. „Die A 52 ist keine Stadtautobahn wie die A 40, sondern verläuft vor allem durch Landschaften“, so Bude.
Auch der Kölner OB Jürgen Roters sagt, es empfehle sich nicht immer, erfolgreiche Projekte zu übernehmen. „Eine andere ausdrucksstarke und städteübergreifende Aktion auf der Rheinschiene zu kreieren, ist dagegen wünschenswert“, so Roters.
Das sieht man beim Regionalverband Ruhr (RVR), dem Hauptgesellschafter der Ruhr.2010, ganz ähnlich – nur aufs Ruhrgebiet bezogen. Wiederholen ja, kopieren nein, lautet die Devise. „Wir können uns vorstellen, dass man dem Still-Leben einen neuen Dreh gibt und beim nächsten Mal auf der A 42 nur für Radfahrer veranstaltet, und dann nur für Fußgänger“, so RVR-Sprecher Jens Hapke. Die A42 führe durch den Emscher Landschaftspark und damit auch durch urbane Räume. Vorstellbar sei ein Zwei- oder Dreijahres-Rhythmus. „Wir arbeiten bereits an einem Kultur-Masterplan über 2010 hinaus.“
Entscheidend bei allen Überlegungen ist jedoch neben der Unterstützung der Städte die Mithilfe der Menschen. „Ohne die 1700 Polizisten, die 3000 THW-Mitarbeiter und die Disziplin der Besucher hätten wir das nie geschafft“, sagt Ruhr-2010-Sprecher Marc Hänig. „Das funktioniert nur im Ruhrgebiet.“
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