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Balthasar van der Ast
Verschollenes Bild nach 75 Jahren zurück in Aachen

Balthasar van der Ast: Verschollenes Bild nach 75 Jahren zurück
Das Werk von Balthasar van der Ast hängt im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. FOTO: dpa, hka jhe
Aachen. Ein jahrzehntelang verschollenes Gemälde ist ins Suermondt-Ludwig-Museum zurückgekehrt. Das Stillleben "Blumen in einer Wan-Li-Vase" des Malers Balthasar van der Ast wurde aus einer New Yorker Privatsammlung zurückerworben.

Das Stillleben mit leuchtend bunten Blumen in einer chinesischen Vase auf einem Tisch mit Beerenfrüchten war 75 Jahre lang verschwunden. Nun ist es ins Aachener Suermondt-Ludwig-Museum zurückgekehrt. Das Barock-Stillleben "Blumen in einer Wanli-Vase" (um 1620/25) von Balthasar van der Ast gehört seit 1910 zum Bestand des Aachener Museums.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kunstsammlung des Hauses aus dem Westen in die Meißner Albrechtsburg nahe Dresden in Schutz gebracht. In der Nachkriegszeit stahl Alice Siano, geborene Tittel, eine Meißner Mitarbeiterin der sowjetischen Besatzer, das Blumenbild sowie elf weitere Gemälde. Die Kunstdiebin emigrierte mit den Bildern im Gepäck 1951 nach Kanada.

Über einen New Yorker Kunsthändler schleuste Siano dem Museum zufolge ihre Beute in den Kunstmarkt. "Die Odyssee des Blumenstilllebens nahm Fahrt auf: London, Den Haag, zurück nach New York, immer wieder kreuzte die Holztafel den Atlantik", wie die Stiftung schilderte. Eine gefälschte Provenienzangabe verschleierte die ursprüngliche Herkunft.

Nun hat das Museum das zwischenzeitlich weiterverkaufte Bild für einen "Finderlohn" von 400 000 Dollar zurückerstanden. Dies sei deutlich unter dem aktuellen Marktwert. Unterstützt wurde die Stadt Aachen bei dem Ankauf von der Kulturstiftung der Länder, vom Land NRW, der Ernst Siemens Stiftung und privaten Sponsoren.

(veke/dpa/epd)
 
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