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Alain Laboile macht anrührende Bilder
Das Paradies muss doch in Frankreich liegen

Bilder aus dem Kinderparadies von Alain Laboile
Bilder aus dem Kinderparadies von Alain Laboile FOTO: Alain Laboile
Der französische Künstler Alain Laboile zieht gemeinsam mit seiner Frau Anne sechs Kinder groß. Die Familie lebt in ihrem eigenen Mikrokosmos, irgendwo auf einem idyllischen Fleckchen Land. Tagtäglich hält Laboile mit der Kamera das Spiel seiner Kinder fest. Seine Bilder komprimieren das Glück des Augenblicks. Von Philipp Stempel

Unter Fotografen ist Laboile längst kein Unbekannter mehr. Schon mehrfach hat er ausgestellt, zuletzt in Tokio und Wien. Auch im Internet hat er eine Fan-Gemeinde. Bei Facebook folgen ihm bald 8000 Nutzer.

Es lohnt sich. Mit seinen Schwarz-Weiß-Bildern hält der 45-Jährige die Idee am Leben, dass es das Paradies auf Erden tatsächlich geben könnte. Seine Aufnahmen konzentrieren sich auf die Kinder und ihren Umgang mit der Welt. Alles ist Spiel, alles ist frei, alles ist unbekümmert. Seine Mädchen im Spiel mit der Natur, im Feen-Kostüm, tanzend.

Wie in einer eigenen Welt

Auf einem Foto beschnuppert ein Rehkitz ein Mädchen, das zusammengekauert auf dem Steinboden kniet. Vielleicht zeigt es am besten das Versprechen von Laboiles Arbeiten: Dass rund um das Haus der Familie Mensch und Tier wie einst im Paradies in friedlicher Eintracht zusammenleben. In dieser Wirkung erinnert seine Arbeit an die Bilder der russischen Fotografin Elena Shuilova, die Anfang des Jahres das Netz im Sturm eroberten.

Nichts erinnert hier draußen auf dem Land an die moderne Welt und ihre Smartphones, die Medien und die Rush Hour. "Wir leben ganz weit draußen auf dem Land, inmitten von Weinbergen, in einem alten Haus, das gesäumt ist von einem Bach und einem Bambuswald", erzählt der Fotograf und Bildhauer. Die Kinder haben Zeit zum Spielen. Kein Musikunterricht, kein Sportverein, keine Nachhilfe.

Manche stoßen sich an seinen Bildern

Laboile selbst vergleicht seine Arbeit mit der eines Ethnologen. "Mit jedem einzelnen Tag führe ich ein Familienalbum fort, das ein Erbe bildet, das ich an meine Kinder weitergeben werde", sagte er kwerfeldein.de, einem Blog für Fotografie. "Meine Arbeit spiegelt unsere Art zu leben wider, die sich um ihre Kindheit dreht und meine Fotografien werden das Zeugnis davon sein."

Manchmal bekommt er jedoch Ärger, weil seine Kinder oft nackt zu sehen sind. "Unsere Kinder entwickeln sich im Einklang mit der Natur. Die jüngsten ziehen sich also auch spontan aus, wenn das Wetter gut ist", sagt er im Interview. Manche finden das anstößig. Laboile, der regelmäßig Bilder im Netz veröffentlicht, geht pragmatisch damit um. Wenn es konkrete Beschwerden gibt, löscht er die Bilder.

Hier zeigen wir eine Auswahl von Laboiles Bildern.

Wer die Entwicklung von Alain Laboiles Arbeit und seiner Familie beobachten möchte, kann dies bei Facebook tun. Auf seiner Website informiert der Künstler über seine Ausstellungen und Projekte.   

(pst)
 
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