| 16.14 Uhr
Die Ausstellung zum Selbermachen
Deutschland einig Bastler-Land
"Do it yourself" - die Bilder zur Auststellung
"Do it yourself" - die Bilder zur Auststellung FOTO: Museum für Kommunikation (Berlin)
Berlin. Ein eigenes Video für Youtube schneiden, Stricken für den Weltfrieden oder ein Billy-Regal aufbauen – auch in unserer Fertig-Gesellschaft ergeben sich für Handwerker und Bastelfreunde unerkannt viele Möglichkeiten, ihre Kreativität einzubringen und Autonomie zu fordern. Das verdeutlicht auch die Wechselausstellung "Do it Yourself". Von Olivia Becker

Welcher Do-it-Yourself-Typ schlummert in Ihnen? Der Tüftler, der an jeder Kleinigkeit herumbastelt? Der Pragmatiker, der das Ergebnis zielorientiert vor Augen hat? Oder der Heimwerker, der zu Hause werkelt?

Besucher des Museum für Kommunikation in Berlin können diesen Fragen bis Anfang September auf den Grund gehen. So lange zeigt die Ausstellung "Do it Yourself. Die Mitmach-Revolution", dass Deutschland kein Land der Couchpotatoes ist, sondern die Heimat von bastelnden Hobbyhandwerkern.

Tollpatschige Handwerker und ihre amüsante Pannen-Videos  

In den 60er Jahren gewinnt das klassische Heimwerken zunehmend an Bedeutung. Die Forderung nach Selbständigkeit und Autonomie rückt seitdem in viele Bereiche vor. Die Ausstellung stellt im Bereich "Hobby" bekannte Do-it-Yourself-Praktiken vor, die Besucher aus ihrer Freizeit kennen. Bei vielen Hobbywerkler beliebt: das Puppenhaus. Aber auch lustige Pannen-Videos zum heimischen Handwerken zeigen den Besuchern, das sie Tollpatschigkeit nicht alleine gepachtet haben.

Auch in der Arbeitswelt liebt der Mensch Marke Eigenbau – zumindest, was den eigenen Transport von Möbelwaren und deren Aufbau betrifft. Spielzeug, Schmuck und Modewaren gibt es im Netz im Do-it-Yourself-Bausatz zu ersteigern. Wie wäre es mit dem Radio-Baukasten zum Selberbasteln?

Die Ausstellung beleuchtet dabei auch die Geschichte der Selbstmach-Amateure. In der Nachkriegszeit waren diese gezwungen, aus der Not eine Tugend zu machen und bereits Vorhandenes umzufunktionieren. Auch in der DDR war Improvisation gefragt. So dienten ausrangierte Staubsauger für den Bau einer Rohrpostanlage.

Stricken für den Frieden

Heutzutage bietet das Internet eine einzigartige Möglichkeit, Wissen um Baupläne und Basteltipps in der ganzen Welt zu verbreiten. Aber auch schon im 19. Jahrhundert tüftelten Amateure über Basteleien, die sie in Experimentierbüchern fanden.

Erfinder können sich im TüftlerLab des Museums für Kommunikation austauschen. Zusätzlich bietet das Museum eine Vielzahl von Workshops und Vorträgen, in denen die Teilnehmer aus Kartoffelsäcken Blumenschmuck sowie aus Fahrradschläuchen und Werbebanner Taschen recyceln können und Wissenswertes über aktuelle Themen wie das Stricken für den Frieden erfahren.

Adresse: Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16, Berlin-Mitte

Eintritt: 3 Euro

Quelle: csr/csi/das
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