Preis wird im Oktober verliehen: Georg-Büchner-Preis geht an Reinhard Jirgl
zuletzt aktualisiert: 09.07.2010 - 09:48Frankfurt/Main (RPO). Der Georg-Büchner-Preis 2010 geht an den Schriftsteller Reinhard Jirgl. Der Autor entfalte in seinem Romanwerk von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zur Begründung mit.
Der Autor erzähle in seinen Büchern mit Sensibilität und Leidenschaft unter anderem von Katastrophen, Kriegen und Vertreibungen.
Jirgl wurde am 16. Januar 1953 in Ost-Berlin geboren. Er machte eine Lehre als Elektromechaniker und studierte danach ab 1971 Elektronik. Noch während des Studiums begann er mit ersten Prosatexten.
Als Jirgl 1985 sein Manuskript "Mutter Vater Roman" beim Aufbau-Verlag Berlin einreichte, wurde ihm eine "nichtmarxistische Geschichtsauffassung" vorgeworfen und die Veröffentlichung des Romans verweigert. In der unmittelbaren Nachwendezeit 1990 erschien sein erstes Buch "Mutter Vater Roman" beim Aufbau-Verlag.
Der Georg-Büchner-Preis wird Jirgl auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung am 23. Oktober in Darmstadt verliehen. Der mit 40.000 Euro dotierte Preis der Akademie für Sprache und Dichtung gilt als bedeutendste Literaturauszeichnung Deutschlands. Im vergangenen Jahr war der österreichische Schriftsteller Walter Kappacher mit dem Preis geehrt worden.
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