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Kunsthändler
Gurlitt-Erbe geht vermutlich leer aus

Gurlitt-Erbe geht vermutlich leer aus: Kunsthändler zurechnungsfähig
Ein Bild aus der Gurlitt-Sammlung. FOTO: 87
München . Die Cousine von Cornelius Gurlitt geht bei dem Streit um den Nachlass des Kunsthändlersohns womöglich endgültig leer aus. Gurlitt sei bei seinem Testament voll zurechnungsfähig gewesen. 

Laut einem Sachverständigengutachten war der betagte Gurlitt gesundheitlich in der Lage, sein Testament wirksam zugunsten des Kunstmuseums Bern zu verfassen, wie das Oberlandesgericht (OLG) München am Dienstag mitteilte. In dem Nachlassstreit hatte die Cousine Gurlitts, Ute Werner, die sogenannte Testierfähigkeit des 2014 verstorbenen Kunstsammler-Sohnes bestritten und selbst einen Erbschein beantragt.

Der Gutachter kommt in seinem 146-seitigen Papier laut OLG zu dem Ergebnis, dass es keine medizinischen Probleme gab, die für eine Testierunfähigkeit Gurlitts sprechen. Wann das OLG nun endgültig in dem Erbstreit entscheidet, ist dem Gerichtssprecher zufolge noch unklar.

Gurlitt hatte seine aus dem Erbe seines Vaters stammende Gemäldesammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Für das Museum kam die Erbschaft überraschend, es hatte vorher keinen Kontakt zu Gurlitt.

Die Kunstsammlung war von Gurlitts Vater Hildebrand zum großen Teil während der NS-Zeit zusammenstellt worden. Cornelius Gurlitt hatte seine Kunstsammlung lange vor der Öffentlichkeit verborgen. Erst im Februar 2012 entdeckten Ermittler in seiner Münchner Wohnung mehr als 1200 Gemälde, darunter Werke von Chagall, Matisse, Monet und Picasso. Hunderte weitere Bilder befanden sich in seinem Salzburger Haus.

 

(lkö/AFP)
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