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Berliner Ensemble präsentiert neuen Spielplan: Intendant Peymann spricht von drohender Insolvenz

zuletzt aktualisiert: 04.09.2009 - 14:50

Berlin (RPO). Theaterglanz in der Hauptstadt: Die Inszenierung des "Ödipus von Kolonos" mit Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle ist einer der Höhepunkte im neuen Programmplan des Berliner Ensembles.

Claus Peymann wechselt am Samstag seine berufliche Ausrichtung.  Foto: ddp, ddp
Claus Peymann wechselt am Samstag seine berufliche Ausrichtung. Foto: ddp, ddp

Intendant Claus Peymann sagte am Freitag in Berlin, er wolle auf Stars wie Regisseur Peter Stein und Brandauer, der zuletzt als "Wallenstein"-Hauptdarsteller für Furore sorgte, auch in der Spielzeit 2009/2010 nicht verzichten: "Solange wir sie bezahlen können, werde ich sie immer wieder einladen."

Wie lange das der Fall sein wird, ist jedoch unklar. Peymann bezeichnete die Situation des Theaters als "erfolgreich und unglücklich" zugleich. Zwar sei das Berliner Ensemble "das mit weitem Abstand meistbesuchte Haus" in der Hauptstadt, im Vergleich mit anderen Theatern werde es bei der Verteilung von Fördergeldern aber benachteiligt. "Wenn das so bleibt, sind wir in einem Jahr insolvent. Und der Bürgermeister weiß das", sagte Peymann.

Der Intendant tadelte auch die Neigung der Berliner Presse zum gnadenlosen Verriss neuer Stücke. Dies schrecke nicht nur junge Regie-Talente ab, selbst die österreichische Autorin Elfriede Jelinek "will hier nicht mehr spielen."

In der vergangenen Spielzeit zog das Berliner Ensemble nach eigenen Angaben mit über 600 Vorstellungen rund 240.000 Besucher an. Auch für die kommende Spielzeit seien von den insgesamt 3500 Abonnements 3391 bereits verkauft oder reserviert. Angesichts solcher Zahlen forderte Peymann in der Diskussion um zusätzliche Fördermittel mehr Anerkennung für sein Haus: "Ich erpresse niemanden, aber ich hoffe auf Vernunft."

Ensemble gedenkt Zadek und Gosch

Das Ensemble wird den in diesem Jahr verstorbenen Regisseuren Peter Zadek und Jürgen Gosch in der aktuellen Spielzeit weitere Gedenkveranstaltungen widmen. Für Gosch (1943-2009) sei am 7. Oktober eine Lesung der "Bacchen des Euripides" geplant, sagte Intendant Claus Peymann am Freitag in Berlin. Zadek (1926-2009) werde vom 16. bis 18. und vom 23. bis 25. Oktober mit Filmnächten geehrt.

Als Premieren in der Spielzeit 2009/2010 am BE kündigte Peymann für den 29. Oktober Friedrich Schillers "Der Parasit" und für den 29. Dezember Carlo Goldonis "Trilogie der schönen Ferienzeit" an. Im Januar haben William Shakespeares "Richard II." und Gorkis "Nachtasyl" Premiere. Für März 2010 ist eine Neuinszenierung von Bertolt Brechts "Kaukasischem Kreidekreis" vorgesehen, für April Heinrich von Kleists "Käthchen von Heilbronn". Bis September soll Peter Stein in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen "Ödipus of Kolonos" von Sophokles herausbringen.

Quelle: AP/felt

 
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