Drei neue "Popolski"-Folgen im WDR: Polens Rache an Dieter Bohlen
VON MARKUS PETERS, DDP - zuletzt aktualisiert: 21.01.2010 - 12:27Köln (RPO). Elvis Presley, randvoll abgefüllt mit Wodka in einer polnischen Plattenbausiedlung - es sind wohl erschütternde Aufnahmen, die Pavel Popolski (Achim Hagemann) für die neue Staffel von "Der Popolski Show" in Aussicht stellt.
Drei Folgen lang bemüht sich die musikalische Großfamilie aus Polen erneut, das Erbe und die Ehre von Opa Popolski zu retten, der nichts weniger als die größten Perlen zeitgenössischer Popmusik geschaffen hat – und der von Dieter Bohlen und Co. schmählich um den verdienten Ruhm gebracht wurde. "In den neuen Folgen werden wir in das Studio von Dieter Bohlen einbrechen, um wenigsten die letzten der 61 Songs zu retten, die Bohlen dem Opa gestohlen hat", verrät Achim Hagemann im ddp-Gespräch.
Die erste Staffel der "Popolski Show" war für den Deutschen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Dabei entstand die Musikcomedy als reines Spaß-Projekt. Sein Komikertalent bewies Hagemann schon als musikalischer Begleiter seines Schulfreundes Hape Kerkeling. Nicht nur Kerkeling-Fans schätzen ihn unter anderem als Komponisten der Stücke "Das ganze Leben ist ein Quiz" und "Hurz!".
"Ich habe danach lange Zeit Musik für Film und Fernsehen gemacht, aber irgendwann haben mir die Live-Auftritte gefehlt. Und ich wollte wieder mal Schlagzeug spielen", sagt Hagemann. Es folgten gelegentliche Sessions mit befreundeten Studiomusikern, die heute noch den Kern der Popolskis bilden.
Über seine damalige polnische Freundin hatte Hagemann viel Kontakt zu deren Landsleuten: "Da habe ich gemerkt, wie die Polen von diesen typischen Autodieb-Witzen genervt waren. Also haben wir die Geschichte umgedreht: Bei uns sind die Polen die Bestohlenen - wir weisen nach, dass die größten Hits der Popgeschichte eigentlich von unserem Opa Popolski stammen - wie überhaupt die größten Errungenschaften der Menschheit von Polen kommen."
In ihrem Repertoire haben die Popolskis also Pop-Meisterwerke in ihrer vermeintlichen Urfassung - meistens als Polkas. "Coverbands, die Soul oder Rockabilly spielen, gibt es ja schon einige. Aber Polka ist eher selten", sagt Hagemann. Auch sei Polka eine Musik, "die live unheimlich abgeht". Um von den Popolskis interpretiert zu werden, müsse ein Lied "besonders bekannt und gleichzeitig besonders verhasst sein". Das erklärt die innige Auseinandersetzung der Popolskis mit dem Lebenswerk von Dieter Bohlen.
In der neuen Staffel (ab Sonntag, 24. Januar, 23.15 Uhr im WDR-Fernsehen) wird aber auch das Lied von DJ Otzek vorgestellt, das er für die "Drei-Zloty-Oper" geschrieben hat und das "Stern von Zabrze" heißt. Und das Kitschstück "Ballade pour Adeline" wird in der Trashmetall-Version der Popolskis zur "Ballade pour Adrenalin". Nebenbei will Pavel Popolski auch die wahre Geschichte der ersten Mondlandung erzählen, die - natürlich - den Polen noch vor den Amerikanern gelungen ist.
Auch wenn Achim Hagemann aus Recklinghausen mit Kunstfaser-Pullunder, imposanten Schnurrbart und Akzent auf der Bühne zum Klischee-Polen wird - mit dem Brückenschlag zum Nachbarland ist es ihm ernst: "Wir wollen, dass unsere Konzerte deutsch-polnische Feten werden." Inzwischen gehen auch viele Polen zu den jährlich rund 100 Popolski-Auftritten, ausgestattet mit der Nationalflagge und patriotischen T-Shirts. "Wir werden in Zukunft auch polnische Bands einladen", kündigt Hagemann an. Bei der TV-Produktion ist die Einbindung schon gelungen: "Da haben wir mittlerweile schon zehn polnische Mitarbeiter."
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